Präsentationen und Vorträge
Deine Präsentationen haben ein Ziel und das merkt man
Du weißt, was am Ende herauskommen soll: eine Freigabe, ein Budget, eine Entscheidung. Dein Aufbau ist darauf ausgerichtet.
Du fängst mit der Empfehlung an und nicht mit der Vorgeschichte. Du hast Zahlen, die sie stützen. Am Ende steht ein klarer nächster Schritt.
Damit bist du vielen voraus, die eine Präsentation als Sammlung von allem verstehen, was sie gearbeitet haben.
Dass du dich verzettelst oder die Zeit überziehst, passiert dir selten. Dein Risiko liegt in der Haltung, mit der du vorne stehst. Wer so sicher auftritt, wirkt auf manche, als wolle er eine Entscheidung verkünden statt dafür gewinnen.
Frag dich vor deiner nächsten Präsentation: Reicht mir ein Ja oder brauche ich Leute, die danach wirklich dahinterstehen?
Was noch fehlt: ein Moment, in dem du dein Publikum persönlich erreichst
Deine Logik überzeugt den Kopf. Im Raum sitzen aber Menschen, die sich auch fragen: Was heißt das für mich? Für mein Team? Für meinen Alltag?
Du musst dafür keine große Geschichte erzählen, die nicht zu dir passt. Oft reicht ein einziger Satz, der eine Zahl in den Alltag übersetzt.
Ein zweiter Weg ist ein kurzer Satz über dich selbst, warum dich das Thema beschäftigt. „Ich habe mir diese Zahlen dreimal angesehen, weil ich selbst nicht glauben wollte, wie viel Zeit wir da verlieren.“ Das dauert zehn Sekunden und zeigt den Menschen hinter der Zahl.
So klingt es nur sachlich: „Die Durchlaufzeit sinkt um zwei Tage.“ So erreicht es auch die Leute im Raum: „Die Durchlaufzeit sinkt um zwei Tage. Für das Team im Lager heißt das: keine Samstagsschichten mehr vor Monatsende.“
Die Zahl überzeugt den Kopf. Was sie für die Leute im Raum bedeutet, gewinnt sie für die Umsetzung.
Plan die Unterbrechung gleich mit
Dein Ablauf ist sauber geplant. Dein Publikum kennt diesen Plan aber nicht. Es unterbricht nach der dritten Folie mit einer Frage, die du für Folie neun vorgesehen hattest.
Viele Strategen sagen dann: „Dazu komme ich gleich.“ Das ist manchmal richtig. Oft hört der Fragende aber etwas anderes, nämlich: Halt dich an meinen Ablauf.
Besser ist eine Präsentation, die Unterbrechungen aushält. Bau sie aus wenigen Blöcken, die auch in anderer Reihenfolge funktionieren. Dann gehst du auf die Frage ein, springst kurz zu Folie neun und kehrst mit einem Satz zurück: „Damit sind wir wieder bei der Frage, welche Variante wir nehmen.“
Du verlierst dabei nicht den Faden. Du zeigst nur, dass dein Faden stabil genug ist, um einen Umweg auszuhalten.
Sprich die Einwände selbst an
Ein Werkzeug passt besonders gut zu dir, weil es deine Gründlichkeit nutzt. Nimm die zwei stärksten Gegenargumente gegen deinen Vorschlag selbst in die Präsentation auf.
Du sagst: „Es gibt zwei berechtigte Einwände gegen diesen Weg. Ich möchte sie selbst ansprechen.“ Dann nennst du sie, fair formuliert, und sagst, wie du damit umgehst.
Damit nimmst du den Kritikern ihr stärkstes Argument vorweg. Vor allem aber zeigst du, dass du andere Sichtweisen ernst nimmst. Genau das trauen dir manche nicht zu.
Übung
Den Vortrag gegen den Strich proben
- Nimm deine nächste wichtige Präsentation und geh sie einmal laut durch, so wie du es gewohnt bist.
- Bitte eine Kollegin oder einen Kollegen, dich beim zweiten Durchgang an drei Stellen zu unterbrechen, ohne dass du vorher weißt, wo.
- Beantworte jede Unterbrechung in höchstens drei Sätzen und kehr dann mit einem einzigen Satz zu deinem Ablauf zurück.
- Ergänze bei jeder Folie mit einer Zahl einen Satz, der sagt, was sie für die Menschen im Raum bedeutet.
- Frag danach: Wo habe ich gehetzt gewirkt? Wo habe ich mich verteidigt, obwohl nur gefragt wurde?