SacheGeplantRaumgreifend

Rhetorik-Typ

Stratege

Planer · raumgreifend

Du kommst mit einem klaren Plan in den Raum und vertrittst ihn mit Nachdruck.

In Meetings

…

Du gibst die Richtung vor, oft schon vor dem Meeting

In Besprechungen bist du selten die Person, die abwartet. Du hast dir überlegt, was herauskommen soll, und arbeitest darauf hin.

Das macht Meetings mit dir effizient. Tagesordnung, Zeitrahmen und Ergebnis sind klar.

Oft hast du die wichtigsten Leute schon vorher in Einzelgesprächen auf deine Seite geholt. Das spart Zeit. Wer nicht dabei war, fühlt sich im Meeting allerdings vor vollendete Tatsachen gestellt.

Die Kehrseite merkt man oft erst Wochen später. Ein Einwand, der im Meeting keinen Platz gefunden hat, verschwindet nicht. Er taucht wieder auf, wenn das Projekt schon läuft und jede Änderung Geld kostet.

Warum im Meeting alle nicken und danach keiner mitzieht

Wenn du deinen Vorschlag mit Nachdruck vorbringst, entsteht im Raum ein Druck, zuzustimmen. Du selbst spürst ihn kaum, weil er von dir ausgeht.

Gerade zurückhaltende Kolleginnen und Kollegen sagen dann lieber nichts. Bedenken haben sie trotzdem. Sie wollen sich nur nicht vor allen mit dir anlegen.

Später, auf dem Gang, klingt es dann so: „Na ja, er hat eh schon alles entschieden gehabt.“

Wer im Meeting schweigt, ist deshalb noch lange nicht einverstanden.

Frag nach Bedenken, bevor du eine Entscheidung herbeiführst

Der einfachste Hebel ist eine Frage, die du fix einbaust. Bevor du zur Entscheidung kommst, holst du die Einwände aktiv ab.

Dabei zählt die Formulierung. „Gibt es noch Fragen?“ lädt zum Schweigen ein. Besser funktioniert eine Frage, die davon ausgeht, dass es Bedenken gibt.

  • „Was spricht aus eurer Sicht gegen diesen Vorschlag?“

    Die Frage setzt voraus, dass es Gegenargumente gibt. Damit wird es normal, sie auszusprechen.

  • „Wo seht ihr das größte Risiko?“

    Sie lenkt die Runde auf einen Punkt und macht Kritik greifbar.

  • „Wer müsste das umsetzen und was bräuchte er dafür?“

    Sie holt die Sicht der Menschen herein, die nach dem Meeting die Arbeit haben. Genau diese Sicht fehlt in deiner Vorlage oft.

  • „Was müsste ich noch wissen, bevor wir das beschließen?“

    Sie klingt nach echter Neugier und nicht nach Pflichtrunde. Die Antworten sind oft genau die Informationen, die dir gefehlt haben.

Nach der Frage kommt der schwierigste Teil

Warte. Fünf Sekunden Stille fühlen sich für dich lang an. Für die anderen sind sie die Einladung, auf die sie gewartet haben.

Wenn dann ein Einwand kommt, antworte nicht sofort mit einem Gegenargument. Sag zuerst, was du verstanden hast: „Du meinst, das Lager schafft die Umstellung nicht vor Ostern.“ Erst dann deine Sicht.

Und überleg dir einmal, wie viel Redezeit du in einem normalen Meeting hast. Probier pro Woche eine Besprechung aus, in der du deine Empfehlung am Anfang in zwei Sätzen sagst und dich dann bewusst zurückhältst, bis alle anderen gesprochen haben.

Was du dabei hörst, ist für die Sache oft nicht neu. Neu ist für dich, wie die anderen über die Sache denken. Genau das brauchst du, um sie mitzunehmen.

Übung

Die Einwandrunde vor der Entscheidung

  1. Such dir für diese Woche ein Meeting aus, in dem du einen Vorschlag einbringst.
  2. Schreib vorher den Satz auf, mit dem du die Einwände abholst, zum Beispiel: „Was spricht aus eurer Sicht dagegen?“
  3. Stell die Frage, bevor du zur Entscheidung kommst, und zähl innerlich bis fünf, bevor du selbst wieder sprichst.
  4. Antworte auf jeden Einwand zuerst mit einem Satz, der ihn zusammenfasst, und erst danach mit deiner Sicht.
  5. Notier dir nach dem Meeting: Welcher Einwand war neu für dich? Hat er deinen Plan besser gemacht?

Typ Stratege: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Helmut Schmidt
Warum?

trat mit klarer Linie auf und vertrat seine Position mit großem Nachdruck

Margaret Thatcher
Warum?

bereitete ihre Auftritte gründlich vor und blieb bei ihrem Kurs, auch gegen Widerstand

Winston Churchill
Warum?

bereitete seine Reden genau vor und trug sie mit großer Bestimmtheit vor

Christine Lagarde
Warum?

tritt souverän auf, gut vorbereitet und mit klarer Linie

Jeff Bezos
Warum?

setzte auf schriftlich vorbereitete Besprechungen und klare Zahlen

Sheryl Sandberg
Warum?

hält strukturierte Vorträge mit Daten und einer klaren Forderung

Indra Nooyi
Warum?

spricht mit klarem Kurs, gut vorbereitet und mit Nachdruck

Wie wirkst du wirklich?

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