SacheGeplantRaumgreifend

Rhetorik-Typ

Stratege

Planer · raumgreifend

Du kommst mit einem klaren Plan in den Raum und vertrittst ihn mit Nachdruck.

Als Führungskraft

Dein Team weiß, wohin es geht

Als Führungskraft bist du berechenbar, und zwar im besten Sinn. Du sagst, was du erwartest, bis wann und warum.

Gerade in Phasen, in denen vieles unklar ist, gibt das Halt. Dein Team muss nicht raten, was du willst.

Wer bei dir arbeitet, muss sich selten fragen, welches Projekt gerade Vorrang hat. Du sagst es, bevor jemand fragt.

Klarheit ist Respekt. Das gilt für Deadlines genauso wie für Entscheidungen.

Die Gefahr: ein Team, das nur noch ausführt

Wenn der Chef immer schon einen fertigen Plan hat, lernt ein Team schnell, dass Mitdenken wenig bringt. Es wartet ab, was du vorgibst.

Dann bist du in jeder Besprechung derjenige, der redet. Probleme erfährst du spät, weil niemand sie dir als Erster bringen will.

Frag dich ehrlich: Wann hat dir das letzte Mal jemand aus deinem Team offen widersprochen? Und wie hast du reagiert?

Ein kleiner Hebel ist die Reihenfolge. Wenn du deine Meinung zuerst sagst, richten sich alle danach. Wenn du sie zuletzt sagst, hörst du, was die anderen wirklich denken.

„Ich habe eine Richtung im Kopf. Bevor ich sie sage, möchte ich eure hören.“ Mit diesem Satz bleibt klar, dass du entscheidest. Die anderen kommen nur vorher zu Wort.

Ein Team, das dir nie widerspricht, hat meistens gelernt, dass Widerspruch sich nicht lohnt.

Gib einen Rahmen vor, nicht jeden Schritt

Beim Delegieren neigst du dazu, den Weg gleich mitzuliefern. Das ist gut gemeint. Es nimmt deinem Team aber die Möglichkeit, eigene Lösungen zu finden.

Probier einen anderen Aufbau. Du gibst Ziel, Termin und Grenzen vor. Den Weg lässt du offen und fragst nach einem Vorschlag.

„Ich brauche bis Freitag einen Vorschlag, wie wir die Rückstände im Kundenservice abbauen. Das Budget bleibt gleich, zusätzliche Leute gibt es keine. Wie würdest du es angehen?“

Dann kommt der Teil, der dir schwerfällt. Du hörst dir den Vorschlag an, ohne ihn sofort mit deinem eigenen Plan zu vergleichen.

Mitarbeitergespräche sind keine Präsentation

Du bereitest auch Mitarbeitergespräche gründlich vor. Du weißt, was du sagen willst, und hast die Beispiele parat.

Die Gefahr ist, dass du dein Gegenüber durch das Gespräch führst wie durch eine Folienpräsentation. Am Ende hast du alles gesagt. Gehört hast du wenig.

Ein einfacher Gegenpol: Stell nach deinem ersten Punkt eine offene Frage und sprich erst wieder, wenn die Antwort wirklich fertig ist. „Wie siehst du das?“ reicht völlig.

Dasselbe gilt für Kritik. In der Sache bist du klar und das ist gut so. Lass deinem Gegenüber danach Raum für seine Sicht, bevor du die Lösung vorgibst. Eine Lösung, die er selbst vorschlägt, setzt er verlässlicher um als deine.

Bei Veränderungen gilt dasselbe. Du erklärst klar, was sich ändert und warum. Ergänze, was es für die einzelnen Leute bedeutet, und frag, was sie dafür brauchen.

Übung

Die zweite Stimme

  1. Bestimme für die nächsten vier Teambesprechungen jedes Mal eine andere Person als „zweite Stimme“.
  2. Ihre Aufgabe ist es, zu jedem deiner Vorschläge den stärksten Einwand zu formulieren, auch wenn sie selbst dafür ist.
  3. Kündige das offen an, damit klar ist, dass Widerspruch hier erwünscht ist.
  4. Antworte auf den Einwand zuerst mit „Was würdest du stattdessen machen?“ und erst danach mit deiner Sicht.
  5. Schau nach vier Wochen: Melden sich die anderen im Team auch ohne Auftrag öfter mit Bedenken?

Typ Stratege: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Helmut Schmidt
Warum?

trat mit klarer Linie auf und vertrat seine Position mit großem Nachdruck

Margaret Thatcher
Warum?

bereitete ihre Auftritte gründlich vor und blieb bei ihrem Kurs, auch gegen Widerstand

Winston Churchill
Warum?

bereitete seine Reden genau vor und trug sie mit großer Bestimmtheit vor

Christine Lagarde
Warum?

tritt souverän auf, gut vorbereitet und mit klarer Linie

Jeff Bezos
Warum?

setzte auf schriftlich vorbereitete Besprechungen und klare Zahlen

Sheryl Sandberg
Warum?

hält strukturierte Vorträge mit Daten und einer klaren Forderung

Indra Nooyi
Warum?

spricht mit klarem Kurs, gut vorbereitet und mit Nachdruck

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