MenschenGeplantRaumgreifend

Rhetorik-Typ

Inspirator

Brückenbauer · raumgreifend

Du bereitest deine Auftritte gründlich vor und weißt, wie du eine Geschichte erzählst.

Nervosität und Druck

Dein Druck kommt später als bei anderen

Viele Menschen sind kurz vor dem Auftritt am nervösesten. Bei dir ist das oft anders.

Du hast dich vorbereitet, du kennst deinen Ablauf und du freust dich vielleicht sogar auf die Bühne. Die ersten Minuten laufen gut.

Der Druck kommt bei dir in dem Moment, in dem etwas Unvorhergesehenes passiert. Die Zwischenfrage. Der Beamer, der nicht will. Der Chef, der auf die Uhr schaut.

Plötzlich ist der Plan weg und mit ihm das Gefühl von Sicherheit.

Das hat einen nachvollziehbaren Grund. Deine Sicherheit kommt zu einem großen Teil aus der Vorbereitung. Wenn die Vorbereitung nicht mehr zur Situation passt, fehlt dir der Boden unter den Füßen.

Je mehr du vorbereitest, desto mehr steht auf dem Spiel

Es gibt noch eine zweite Seite. Wer viele Stunden in einen Auftritt steckt, hat auch viel zu verlieren.

Du hast nicht nur Folien gebaut. Du hast einen Bogen geplant, Pausen gesetzt und den Schlusssatz geübt. Jede Störung fühlt sich deshalb an, als würde jemand an etwas rütteln, an dem du lange gearbeitet hast.

Diese Fallhöhe merkst du schon Tage vorher. Du gehst die Präsentation im Kopf wieder und wieder durch und feilst an Stellen, die längst fertig sind. Am Abend davor änderst du noch einmal den Einstieg.

Setz deiner Vorbereitung deshalb ein Ende, das im Kalender steht. Zum Beispiel: Am Vortag um 17 Uhr ist die Präsentation fertig. Danach änderst du nichts mehr an den Folien. Du liest nur noch die Fragen durch, die du am wenigsten hören willst, und deine Antworten darauf.

Das fühlt sich am Anfang leichtsinnig an. Es nimmt dir aber den Abend, an dem du aus Unruhe den besten Teil deiner Präsentation umbaust.

Ruhiger macht dich nicht die perfekte Vorbereitung, sondern eine, in der Störungen schon vorkommen.

Woran du merkst, dass der Druck steigt

Beim Typ Inspirator zeigt sich Druck selten so, dass du ins Stocken kommst. Er zeigt sich eher an diesen Zeichen:

  • Du wirst schneller

    Du willst so rasch wie möglich zurück in deinen Ablauf und sprichst dafür im Eiltempo. Pausen, die du geplant hattest, fallen weg.

  • Du klammerst dich ans Drehbuch

    Du merkst, dass der Raum gerade woanders ist, und ziehst deinen Plan trotzdem durch, Folie für Folie.

  • Deine Gesten werden mechanisch

    Was vorher lebendig war, wirkt plötzlich einstudiert. Du bist nicht mehr im Moment, sondern im Kopf schon beim nächsten Schritt.

  • Deine Stimme geht nach oben

    Sätze enden wie Fragen und du klingst weniger sicher, als du bist. Dein Publikum hört das meistens früher, als du es merkst.

Was dir im Moment hilft

Wenn der Plan bricht, ist dein erster Impuls Tempo. Hilfreicher ist das Gegenteil, ein kurzer Moment Stillstand.

Diese Pause fühlt sich für dich lang an. Für dein Publikum ist sie kurz und sie wirkt souverän, weil man sieht, dass du die Störung nicht überspielst.

Übung

Der Stopp nach der Störung

  1. Bleib stehen, wo du bist. Kein Schritt zur Folie, kein Griff zur Fernbedienung.
  2. Atme einmal bewusst länger aus als ein.
  3. Sag in einem Satz, was gerade passiert ist. „Sie wollen wissen, was das kostet.“ Oder: „Der Beamer macht Pause, ich mach ohne ihn weiter.“
  4. Antworte und steig dann mit einem Satz wieder ein, der zum nächsten Teil deiner Präsentation führt.

Probe auch die Störung

Du probst deine Präsentationen. Ab jetzt probst du auch die Unterbrechungen.

Bitte bei der Probe jemanden, dich zu stören. Oder stör dich selbst: Stell dir am Handy einen Wecker auf eine zufällige Minute und beantworte, wenn er läutet, eine unangenehme Frage, die du dir vorher aufgeschrieben hast. Dann steig wieder ein.

Wer eine Unterbrechung zehnmal geübt hat, erlebt sie im Ernstfall nicht mehr als Bruch. Sie wird zu einem Teil des Ablaufs, den du kennst, und damit zu etwas, das du kannst.

Typ Inspirator: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Steve Jobs
Warum?

probte seine Produktpräsentationen wochenlang und baute sie wie eine Geschichte auf

Barack Obama
Warum?

verbindet vorbereitete Reden mit persönlichen Geschichten und großer Wirkung auf der Bühne

Michelle Obama
Warum?

erzählt in ihren Reden persönliche Geschichten, die sie sorgfältig vorbereitet

Oprah Winfrey
Warum?

verbindet eigene Erlebnisse mit einer klaren Botschaft und berührt ihr Publikum

Martin Luther King Jr.
Warum?

verband in seinen Reden große Bilder mit einem klaren Aufbau

Simon Sinek
Warum?

baut seine Vorträge um ein einfaches Modell und viele Beispiele

Brené Brown
Warum?

verknüpft Forschung mit persönlichen Geschichten und nimmt ihr Publikum mit

Arnold Schwarzenegger
Warum?

erzählt seine Lebensgeschichte als Motivation und hat seine Botschaften klar vorbereitet

Wie wirkst du wirklich?

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