MenschenGeplantRaumgreifend

Rhetorik-Typ

Inspirator

Brückenbauer · raumgreifend

Du bereitest deine Auftritte gründlich vor und weißt, wie du eine Geschichte erzählst.

Als Führungskraft

Du kannst Menschen für etwas Neues gewinnen

Als Führungskraft hast du eine Fähigkeit, um die dich manche Kollegen beneiden. Du kannst ein Team für etwas gewinnen, für eine Umstellung, ein neues Ziel, ein schwieriges Jahr.

Wenn du vor deinem Team stehst und erklärst, wohin es geht, hören die Leute zu. Du findest das Bild, das hängen bleibt, und den Satz, den sie danach in der Kaffeeküche wiederholen.

Das ist mehr wert, als es klingt. Viele Veränderungen kommen nicht ins Stocken, weil jemand die Folie nicht verstanden hat. Sie stocken, weil keiner so recht mitmachen will.

Nach der Rede kommen die Sorgen

Der Kick-off ist vorbei, die Stimmung ist gut. Am nächsten Tag steht eine Mitarbeiterin in deiner Tür. „Und wer macht dann meine bisherigen Aufgaben?“

Für dich ist das ein unbequemer Moment. Die Frage ist klein, praktisch und nicht vorbereitet. Sie passt nicht zu dem großen Bild, das du gestern gezeichnet hast.

Die Versuchung ist groß, mit dem Bild zu antworten. „Schau, das Ziel ist doch, dass wir am Ende alle entlastet werden.“ Für die Mitarbeiterin klingt das, als hättest du ihre Frage nicht gehört.

Besser ist eine Antwort auf der Ebene der Frage: „Das ist noch nicht entschieden. Bis Donnerstag haben wir die Aufteilung, dann setzen wir uns zusammen und gehen deine Aufgaben einzeln durch.“ Unspektakulär, aber ehrlich und konkret.

Begeisterung holt die Leute ab. Vertrauen entsteht bei den kleinen, praktischen Fragen danach.

Wenn im Team jemand dagegenhält

In der Teambesprechung stellst du deinen Vorschlag vor, mit Bild und Begeisterung. Dann meldet sich ein Kollege, der schon lange im Haus ist. „Das haben wir vor drei Jahren schon probiert. Hat nicht funktioniert.“

Dein Reflex ist, nachzulegen: ein weiteres Beispiel, mehr Überzeugung in der Stimme. Je mehr du nachlegst, desto mehr wird daraus ein Kräftemessen vor dem ganzen Team.

Hilfreicher ist eine Rückfrage, die den Einwand ernst nimmt: „Was ist damals schiefgegangen?“ Damit bekommst du Information, die du brauchst. Und der Kollege merkt, dass seine Erfahrung zählt.

Manchmal wird aus dem Skeptiker in diesem Moment der, der das Projekt am besten absichern kann.

Ein Mitarbeitergespräch ist keine Präsentation

Auch für schwierige Gespräche bereitest du dich gut vor. Das ist richtig. Heikel wird es, wenn du das Gespräch planst wie einen Auftritt, mit Einstieg, Argumenten und einem Schluss, auf den du hinarbeitest.

Dann sprichst du mehr, als du zuhörst. Und wenn dein Gegenüber anders reagiert als erwartet, fehlt dir die Fortsetzung.

Bereite für Mitarbeitergespräche zwei Dinge vor: deinen ersten Satz und das Ergebnis, das am Ende stehen soll. Alles dazwischen ergibt sich aus dem, was dein Gegenüber sagt.

Ein Einstieg, der Raum lässt, kann so klingen: „Ich möchte mit dir über die Übergabe an das neue Lager reden. Bevor ich sage, wie ich es sehe: Wie läuft es aus deiner Sicht?“ Danach hörst du zu, auch wenn dir schon drei gute Antworten einfallen.

Nicht jede Ansprache braucht ein Drehbuch

Als Führungskraft sprichst du oft ohne Vorlauf: im Jour fixe, am Gang, bei der Geburtstagsfeier im Team. Wenn du für jede dieser Situationen dieselbe Sorgfalt aufwendest wie für den Vorstand, geht sich deine Woche nicht mehr aus.

Teil deine Auftritte deshalb in drei Stufen ein.

Stufe A sind Vorstand, Kunden und große Runden, mit voller Vorbereitung. Stufe B sind Teammeetings und Abstimmungen mit anderen Abteilungen, mit Kernsatz, Beispiel und Bitte. Stufe C sind spontane Ansprachen und kurze Updates, mit nichts außer einem Satz, mit dem du aufhörst.

Gerade Stufe C ist für dich ungewohnt. Sie ist aber das beste Training für das, was dir am schwersten fällt: sprechen, ohne vorher alles zu wissen.

Übung

Die Woche in drei Stufen

  1. Schau am Montag in der Früh in deinen Kalender und schreib neben jeden Termin, bei dem du sprechen wirst, ein A, B oder C.
  2. Für A-Termine bereitest du vor wie gewohnt. Für B-Termine nimmst du dir höchstens zehn Minuten und eine Karteikarte.
  3. Für C-Termine schreibst du nur deinen letzten Satz auf. Alles andere sagst du so, wie es dir im Moment einfällt.
  4. Am Freitag fragst du dich: Bei welchem C-Termin hat mir wirklich etwas gefehlt? Bei welchem B-Termin war die Vorbereitung mehr als nötig?

Typ Inspirator: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Steve Jobs
Warum?

probte seine Produktpräsentationen wochenlang und baute sie wie eine Geschichte auf

Barack Obama
Warum?

verbindet vorbereitete Reden mit persönlichen Geschichten und großer Wirkung auf der Bühne

Michelle Obama
Warum?

erzählt in ihren Reden persönliche Geschichten, die sie sorgfältig vorbereitet

Oprah Winfrey
Warum?

verbindet eigene Erlebnisse mit einer klaren Botschaft und berührt ihr Publikum

Martin Luther King Jr.
Warum?

verband in seinen Reden große Bilder mit einem klaren Aufbau

Simon Sinek
Warum?

baut seine Vorträge um ein einfaches Modell und viele Beispiele

Brené Brown
Warum?

verknüpft Forschung mit persönlichen Geschichten und nimmt ihr Publikum mit

Arnold Schwarzenegger
Warum?

erzählt seine Lebensgeschichte als Motivation und hat seine Botschaften klar vorbereitet

Wie wirkst du wirklich?

Der Test zeigt, wie du dich selbst siehst. Im kostenlosen Analysegespräch schauen wir uns an, wie du auf andere wirkst, und du bekommst einen konkreten Plan für deinen nächsten wichtigen Auftritt.

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