MenschenGeplantRaumgreifend

Rhetorik-Typ

Inspirator

Brückenbauer · raumgreifend

Du bereitest deine Auftritte gründlich vor und weißt, wie du eine Geschichte erzählst.

In Meetings

…

Im Meeting gibt es keine Bühne, nur eine Tagesordnung

Eine Präsentation kannst du planen. Ein Meeting nur zum Teil.

Du weißt, welche Punkte auf der Tagesordnung stehen. Du weißt nicht, wer was sagt, in welcher Reihenfolge und wie lange die Diskussion zu Punkt zwei dauert.

Deshalb bist du in Meetings stark, solange du einen vorbereiteten Punkt einbringen kannst. Wird frei diskutiert, wirst du vorsichtiger. Du sortierst deine Gedanken lieber erst, bevor du etwas sagst, und bis dahin ist die Runde oft schon beim nächsten Thema.

Für jemanden, der sonst gern das Wort ergreift, ist das ein ungewohntes Gefühl. Du hättest etwas zu sagen. Nur noch nicht so, wie du es sagen würdest, wenn du eine halbe Stunde Zeit gehabt hättest.

Bereite Bausteine vor, keine Rede

Ein typischer Fehler im Meeting: Du bereitest einen Beitrag vor, der nur an einer Stelle passt.

Dann wartest du auf genau diese Stelle. Kommt sie nicht, bringst du den Beitrag trotzdem und er klingt wie aus einer anderen Besprechung.

Besser sind drei kurze Bausteine, die du in jeder Richtung einsetzen kannst.

Wird schon über dein Thema gestritten, fängst du mit dem Kernsatz an. Hängt die Diskussion, hilft das Beispiel. Will die Runde weiter, kommt die Bitte.

  • Dein Kernsatz

    Deine Position zu diesem Thema in höchstens 15 Wörtern. „Ich bin dafür, dass wir den Start um einen Monat verschieben.“

  • Dein Beispiel

    Eine kurze Geschichte oder ein Bild, das deine Position greifbar macht. Kurz heißt drei Sätze, nicht drei Minuten.

  • Deine Bitte

    Was soll die Runde tun? Entscheiden, prüfen, zustimmen, jemanden beauftragen. Ohne Bitte bleibt dein Beitrag eine Meinung unter vielen.

Wie du an das anknüpfst, was gerade gesagt wurde

Am stärksten wirkt dein Beitrag, wenn er an die Diskussion anschließt. Dafür eignet sich die Papageientechnik: Du greifst ein Schlüsselwort auf, das gerade gefallen ist, und baust deinen Punkt daran an.

Das hat für dich einen doppelten Vorteil. Du hörst genauer zu, weil du das Wort finden willst, und dein vorbereiteter Satz klingt dadurch nicht mehr vorbereitet.

So kann das klingen: „Du hast gerade Ressourcen gesagt. Genau da setzt mein Punkt an.“ Oder: „Die Sorge mit dem Zeitplan teile ich. Deshalb schlage ich vor, dass wir …“ Oder, wenn die Runde sich verheddert hat: „Wenn ich zusammenfasse, was wir bisher gehört haben, bleibt eine Frage offen.“

Das letzte Muster ist für dich besonders nützlich. Wer zusammenfasst, übernimmt für einen Moment die Führung im Gespräch, ohne lauter zu werden.

Ein vorbereiteter Punkt wirkt spontan, wenn er an den letzten Satz eines anderen anschließt.

Nicht jede Wortmeldung braucht eine Geschichte

Im Meeting hast du selten mehr als eine Minute. Die große Geschichte, die in der Präsentation funktioniert, sprengt hier den Rahmen.

Eine Faustregel: Je mehr Leute mitreden wollen, desto kürzer dein Beispiel. In einer Runde mit acht Personen reicht ein Satz. „Das ist wie beim Umzug letztes Jahr, da hat auch keiner gewusst, wer die Schlüssel hat.“

Mehr braucht es nicht, damit alle wissen, was du meinst.

Wenn du merkst, dass du ausholst, setz einen Punkt. Sag deinen Kernsatz und hör auf.

Die Stille danach gehört der Runde. Meistens kommt dann genau die Reaktion, die du brauchst.

Übung

Die Meeting-Karte

  1. Such dir ein Meeting aus dieser Woche aus, in dem frei diskutiert wird. Nicht deine eigene Präsentation, sondern eine Runde, in der du nur ein Teilnehmer bist.
  2. Schreib vorher drei Zeilen auf eine Karteikarte: deinen Kernsatz, ein Beispiel in einem Satz und deine Bitte an die Runde.
  3. Nimm dir vor, dich in den ersten zehn Minuten einmal zu melden. Knüpf dabei an ein Wort an, das gerade gefallen ist.
  4. Bring nur einen oder zwei deiner Bausteine, nicht alle drei. Den Rest hebst du dir für später auf.
  5. Notier dir danach: Welcher Baustein hat gepasst? An welches Wort hast du angeknüpft? Was hättest du weglassen können?

Typ Inspirator: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Steve Jobs
Warum?

probte seine Produktpräsentationen wochenlang und baute sie wie eine Geschichte auf

Barack Obama
Warum?

verbindet vorbereitete Reden mit persönlichen Geschichten und großer Wirkung auf der Bühne

Michelle Obama
Warum?

erzählt in ihren Reden persönliche Geschichten, die sie sorgfältig vorbereitet

Oprah Winfrey
Warum?

verbindet eigene Erlebnisse mit einer klaren Botschaft und berührt ihr Publikum

Martin Luther King Jr.
Warum?

verband in seinen Reden große Bilder mit einem klaren Aufbau

Simon Sinek
Warum?

baut seine Vorträge um ein einfaches Modell und viele Beispiele

Brené Brown
Warum?

verknüpft Forschung mit persönlichen Geschichten und nimmt ihr Publikum mit

Arnold Schwarzenegger
Warum?

erzählt seine Lebensgeschichte als Motivation und hat seine Botschaften klar vorbereitet

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