MenschenSpontanZurückhaltend

Rhetorik-Typ

Gesprächspartner

Impulsgeber · zurückhaltend

Du bist stark im direkten Kontakt und spürst, was dein Gegenüber braucht.

Stärken und Stolpersteine

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Deine Stärken entstehen im Kontakt

Deine Stärken zeigen sich selten auf der Bühne. Sie zeigen sich im Gespräch, im Büro mit offener Tür, beim Kaffee nach dem Meeting.

Dort bist du oft besser als Leute, die in Präsentationen glänzen. Das wird leicht übersehen, auch von dir selbst.

Geh die folgenden Punkte einmal langsam durch. Bei welcher Stärke fällt dir sofort eine Situation aus den letzten Wochen ein, in der sie dir geholfen hat? Genau die ist dein sicherster Ausgangspunkt, wenn es später um große Runden geht.

  • Du hörst wirklich zu

    Du merkst Zwischentöne, die anderen entgehen. Wenn jemand „passt schon“ sagt und das Gegenteil meint, hörst du es. Du greifst es auf, oft erst später und unter vier Augen, aber du greifst es auf.

  • Du findest spontan den richtigen Ton

    Mit dem Lehrling sprichst du anders als mit der Geschäftsführerin, ohne dass du dir das vorher überlegen musst. Du passt Tempo, Wortwahl und Beispiele an die Person an, die vor dir sitzt. Das wirkt nicht angelernt, weil es das auch nicht ist.

  • Du schaffst Vertrauen

    In Feedback- und Mitarbeitergesprächen fühlen sich andere bei dir sicher. Sie erzählen dir Dinge, die sie anderen nicht erzählen. Dadurch erfährst du Probleme früher als die meisten.

  • Du gehst mit, ohne den Faden zu verlieren

    Nimmt ein Gespräch eine andere Richtung, gehst du mit. Du brauchst keinen Ablauf, an dem du dich festhältst. Trotzdem weißt du, worum es eigentlich ging, und kommst dorthin zurück.

  • Du spürst die Stimmung im Raum

    Du merkst, wer innerlich schon ausgestiegen ist und wer still dagegen ist. In Besprechungen hast du oft den besseren Überblick über die Stimmung, als dir bewusst ist. Andere sehen nur, was gesagt wird.

  • Du stellst die Frage, die weiterbringt

    Weil dich die Menschen interessieren, fragst du nach dem, was hinter einer Aussage steckt. „Was müsste passieren, damit du ja sagen kannst?“ So eine Frage löst manchmal mehr als zehn Argumente.

Wo es für dich eng wird

Deine Stolpersteine haben eine gemeinsame Wurzel. Du wartest auf Platz und du willst niemanden überfahren.

Im Zweiergespräch ist das eine Tugend. In der großen Runde, vor der Geschäftsleitung oder vor Publikum wird es zum Nachteil.

  • In großen Runden übergangen

    Andere sprechen schneller und lauter. Dein Beitrag kommt zu spät oder gar nicht. Wenn du dich endlich meldest, ist die Diskussion schon beim nächsten Punkt.

  • Vorschläge, die wie Fragen klingen

    Weil du niemanden überfahren willst, verpackst du deine Meinung. „Ich weiß nicht, ob das passt, aber vielleicht könnte man ja …“ Dazu geht deine Stimme am Satzende nach oben. Wer so spricht, lädt zum Widerspruch ein, bevor jemand überhaupt zugehört hat.

  • Wenig Status vor Publikum

    Vor einer großen Gruppe fehlt dir die Präsenz, die du im Zweiergespräch ganz selbstverständlich hast. Der Blick wandert, die Stimme wird leiser, das Gewicht pendelt von einem Bein aufs andere. Inhaltlich hat sich nichts geändert, in der Wirkung sehr viel.

  • Verständnis, das als Zustimmung ankommt

    Du nickst, du sagst „verstehe“, du lässt den anderen ausreden. Dein Gegenüber geht mit dem Eindruck hinaus, dass du einverstanden bist. Dabei wolltest du nur zeigen, dass du zugehört hast.

  • Andere setzen deine Ideen durch

    Du sagst etwas leise und vorsichtig. Keiner reagiert. Zehn Minuten später sagt jemand dasselbe lauter und bekommt Zustimmung. Das ärgert dich. Gesagt hast du trotzdem nichts dazu.

  • Das Wichtigste sagst du erst danach

    Im Flur nach dem Meeting sagst du einer Kollegin, was du eigentlich gedacht hast. Dort ist es klar und überzeugend. Nur die Entscheidung ist vorher im Meeting gefallen.

Warum beides zusammengehört

Schau dir die beiden Listen nebeneinander an. Fast jeder Stolperstein ist eine Stärke, die in einem zu großen Raum steht.

Dein Zuhören wird zum Warten. Dein Feingefühl wird zur Vorsicht. Dein Verständnis wird als Zustimmung gelesen.

Deshalb ist es keine gute Idee, deine Art abzulegen. Du würdest genau das verlieren, wofür man dich schätzt. Sinnvoller ist es, deinen Stärken in großen Runden mehr Gewicht zu geben, mit Stimme, Haltung und einem Zeitpunkt, den du selbst wählst.

Deine Stolpersteine sind fast immer deine Stärken in einem Raum, der zu groß für sie ist.

Was du heute schon tun kannst

Denk an die letzte Besprechung, in der du still geblieben bist, obwohl du etwas zu sagen hattest. Was war der Satz, den du nicht gesagt hast?

Schreib ihn auf. Und dann schau, ob ein „vielleicht“, ein „eigentlich“ oder ein „ich weiß nicht“ drinsteht.

Streich es. Lies den Satz laut, mit der Stimme am Ende nach unten.

Meistens klingt er dann genau so, wie du ihn gemeint hast.

Typ Gesprächspartner: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Alfred Biolek
Warum?

stellte in seinen Talkshows die Gäste in den Mittelpunkt, nicht sich selbst

Dalai Lama
Warum?

spricht ruhig, frei und mit großer Wärme, oft mit einem Lachen statt mit einer Rede

Jürgen Domian
Warum?

hörte in seiner Nachtsendung zu, fragte nach und ließ die Anrufer im Mittelpunkt

Kai Pflaume
Warum?

begegnet Menschen in seinen Sendungen warm und auf Augenhöhe

Barbara Stöckl
Warum?

führt Gespräche ruhig und einfühlsam und lässt ihre Gäste ausreden

Keanu Reeves
Warum?

wirkt in Interviews bescheiden und ruhig und spricht über andere oft mehr als über sich

Dirk Nowitzki
Warum?

tritt bescheiden auf, antwortet locker und stellt das Team vor sich selbst

Wie wirkst du wirklich?

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