MenschenSpontanZurückhaltend

Rhetorik-Typ

Gesprächspartner

Impulsgeber · zurückhaltend

Du bist stark im direkten Kontakt und spürst, was dein Gegenüber braucht.

In Meetings

…

Warum dein Beitrag oft zu spät kommt

Du gehst in ein Meeting und hörst erst einmal zu. Du willst wissen, wo die anderen stehen, bevor du etwas sagst.

Das ist vernünftig. Nur läuft die Besprechung währenddessen weiter.

Nach zwanzig Minuten ist die Richtung oft schon klar. Wer bis dahin nichts gesagt hat, kommt schwer hinein.

Dazu kommt deine Spontaneität. Du bereitest dich kaum vor, weil dir im Gespräch die Worte einfallen.

In der lauten Runde fehlt aber das Gegenüber, das dir die Tür aufmacht. Also wartest du.

Melde dich in den ersten zehn Minuten

Der wirksamste Schritt ist ein einfacher. Sag in den ersten zehn Minuten etwas, egal wie kurz.

Wer früh spricht, wird im weiteren Verlauf eher gehört. Die Runde hat dich dann als jemanden abgespeichert, der etwas beiträgt.

Und du selbst hast die erste Hürde hinter dir. Der zweite Beitrag fällt dann viel leichter.

Der erste Satz muss nicht brillant sein. Eine kurze Einschätzung reicht. „Beim Budget sehe ich das ähnlich, beim Zeitplan nicht.“ Damit bist du im Spiel.

Wer früh etwas sagt, wird später gehört.

Dein Zuhören ist deine Eintrittskarte

Du hörst besser zu als die meisten in der Runde. Nutze das als Einstieg, statt auf eine Lücke zu warten.

Knüpf an etwas an, das gerade gesagt wurde, und setz deine Position direkt dahinter. So nimmst du niemandem das Wort weg. Du baust auf dem auf, was schon im Raum ist.

So klingt es vorsichtig: „Ich weiß nicht, vielleicht könnte man ja auch überlegen, ob April nicht besser wäre?“

So klingt es klar: „Du hast gerade gesagt, dass der Vertrieb die Zahlen erst Ende März hat. Dann würde ich den Start auf April legen.“

Der Inhalt ist derselbe. Der zweite Satz zeigt, dass du zugehört hast, und sagt trotzdem, was du willst.

Was tust du, wenn dich jemand unterbricht?

Wer leise anfängt, wird öfter unterbrochen. Dein Reflex ist, sofort aufzuhören und dem anderen den Platz zu lassen.

Probier etwas anderes. Sprich deinen Satz zu Ende, ohne schneller zu werden. Wenn das nicht reicht, heb kurz die Hand und sag ruhig: „Einen Satz noch.“ Dann sagst du genau diesen einen Satz und gibst ab.

Das ist nicht unhöflich. Es zeigt nur, dass dein Beitrag zählt. Die meisten akzeptieren das sofort, weil du es freundlich sagst.

Mach aus deinem Stimmungsgefühl einen Beitrag

Du merkst oft vor allen anderen, dass etwas nicht stimmt. Zwei sind still, einer verschränkt die Arme, die Entscheidung wird trotzdem durchgewunken.

Sprich das aus. „Ich habe den Eindruck, wir sind uns bei der Personalfrage noch nicht einig. Bevor wir weitergehen: Wer sieht das anders?“

Mit so einem Satz übernimmst du für einen Moment die Führung im Meeting. Und zwar mit genau der Fähigkeit, die dich ausmacht.

Übung

Der eine Satz für den nächsten Jour fixe

  1. Schau dir die Tagesordnung deiner nächsten Besprechung an und wähl einen Punkt, zu dem du eine Meinung hast.
  2. Schreib deine Position in einen einzigen Satz, höchstens zwei Zeilen. Ohne „vielleicht“, ohne „eigentlich“, ohne „ich weiß nicht“.
  3. Bring diesen Satz in den ersten zehn Minuten ein. Am leichtesten geht das mit einem Anschluss an etwas, das gerade gesagt wurde.
  4. Lass die Stimme am Satzende nach unten gehen. Danach still sein und den Blick zwei Sekunden in der Runde halten.
  5. Notier dir nach dem Meeting zwei Dinge: Nach wie vielen Minuten hast du das erste Mal gesprochen? Hat jemand deinen Punkt aufgegriffen?

Typ Gesprächspartner: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Alfred Biolek
Warum?

stellte in seinen Talkshows die Gäste in den Mittelpunkt, nicht sich selbst

Dalai Lama
Warum?

spricht ruhig, frei und mit großer Wärme, oft mit einem Lachen statt mit einer Rede

Jürgen Domian
Warum?

hörte in seiner Nachtsendung zu, fragte nach und ließ die Anrufer im Mittelpunkt

Kai Pflaume
Warum?

begegnet Menschen in seinen Sendungen warm und auf Augenhöhe

Barbara Stöckl
Warum?

führt Gespräche ruhig und einfühlsam und lässt ihre Gäste ausreden

Keanu Reeves
Warum?

wirkt in Interviews bescheiden und ruhig und spricht über andere oft mehr als über sich

Dirk Nowitzki
Warum?

tritt bescheiden auf, antwortet locker und stellt das Team vor sich selbst

Wie wirkst du wirklich?

Der Test zeigt, wie du dich selbst siehst. Im kostenlosen Analysegespräch schauen wir uns an, wie du auf andere wirkst, und du bekommst einen konkreten Plan für deinen nächsten wichtigen Auftritt.

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