SacheSpontanRaumgreifend

Rhetorik-Typ

Debattierer

Scharfdenker · raumgreifend

Du denkst schnell, argumentierst gern und scheust keine Auseinandersetzung.

In Meetings

…

Du bringst Diskussionen in Gang

In Meetings bist du präsent und meinungsstark. Steht ein Punkt auf der Tagesordnung, hast du nach dreißig Sekunden eine Position.

Das bringt Besprechungen voran. Ohne Leute wie dich würden manche Runden eine Stunde lang Informationen austauschen und am Ende nichts entscheiden.

Die Kehrseite zeigt sich leise. Nach deinem dritten Beitrag melden sich die anderen seltener.

Überzeugt sind sie deshalb noch lange nicht. Sie trauen sich nur nicht mehr oder halten es für zwecklos.

Stille im Raum ist noch keine Zustimmung

Wenn nach deinem Beitrag niemand widerspricht, wirkt das wie Einigkeit.

Oft ist es Rückzug.

Die Einwände kommen dann später. Auf dem Gang, im Gespräch unter vier Augen oder in der Umsetzung, wenn plötzlich niemand mehr Zeit hat.

Dann wird es teuer. Billig wäre es in der Besprechung gewesen, in der du so überzeugend warst.

Achte deshalb nicht nur darauf, ob du gehört wirst. Achte darauf, ob die anderen noch reden.

Ein gutes Zeichen ist, wenn nach deinem Beitrag jemand nachfragt oder ergänzt. Ein schlechtes ist, wenn die Runde einfach zum nächsten Punkt springt.

Ein Beitrag, ein Punkt

Die einfachste Regel für dich in Meetings lautet: Jede Wortmeldung hat genau einen Punkt. Hast du drei, verteil sie auf drei Wortmeldungen oder streich zwei.

Fang mit dem Punkt an, nicht mit der Herleitung. So klingt es, wenn du dich beim Sprechen erst hinarbeitest: „Also, wenn man sich die Zahlen vom letzten Quartal anschaut und dann noch bedenkt, dass der Lieferant schon zweimal …“

So klingt es mit dem Punkt zuerst: „Ich würde den Start auf März verschieben. Der Lieferant hat zweimal nicht pünktlich geliefert.“

Danach hörst du auf. Kein zweites Argument, kein „Und außerdem“. Wenn jemand nachfragt, hast du noch genug in der Hinterhand.

Sag den Punkt zuerst und hör dann auf. Die Begründung bekommt, wer nachfragt.

Übung

Die Zwei-Satz-Wortmeldung

  1. Such dir für diese Woche zwei Besprechungen aus, in denen du sicher etwas sagen wirst.
  2. Bevor du dich meldest, formulier im Kopf zwei Sätze: deine Position und den einen stärksten Grund.
  3. Sag genau diese zwei Sätze. Dann schweig, auch wenn dir ein drittes Argument einfällt.
  4. Schreib das dritte Argument auf deinen Block. Bring es nur, wenn jemand widerspricht oder nachfragt.
  5. Notier nach der Besprechung, wie viele deiner zurückgehaltenen Argumente du am Ende tatsächlich gebraucht hast.

Bevor du jemanden unterbrichst

Du unterbrichst, wenn dir ein Punkt zu gut erscheint, um zu warten. Für dich ist das Engagement. Für den, der gerade spricht, heißt es, dass sein Gedanke weniger zählt.

Frag dich in diesem Moment kurz, ob dein Punkt in zwei Minuten noch genauso stimmt. Fast immer ist das so. Dann kannst du auch warten.

Schreib ihn in der Zwischenzeit mit einem Wort auf deinen Block. So geht er nicht verloren und du hast den Kopf frei zum Zuhören.

Musst du doch einmal einhaken, weil sonst eine falsche Zahl stehen bleibt, dann kurz und mit Rückgabe: „Darf ich kurz einhaken? Die Zahl ist vom Vorjahr, aktuell sind es zwölf. Mach bitte weiter.“

So holst du die anderen wieder ins Gespräch

Wenn du deinen Punkt gemacht hast, frag gezielt nach einer anderen Meinung. Gezielt heißt mit Namen und mit einer Frage, die man nicht mit Ja beantworten kann.

Fragen, die funktionieren: „Wo siehst du das anders?“, „Was übersehe ich?“ oder „Du hast mit dem Lieferanten mehr zu tun als ich. Wie schätzt du das ein?“

Schwach ist dagegen „Sind alle einverstanden?“. Nach einem Beitrag von dir traut sich darauf kaum jemand, Nein zu sagen.

Wenn dann jemand widerspricht, ist das kein Problem, das du sofort lösen musst. Es ist genau das, worum du gebeten hast. Hör bis zum Ende zu, bevor du antwortest, und frag einmal nach, bevor du dagegenhältst.

Typ Debattierer: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Christopher Hitchens
Warum?

war für seine schlagfertigen Debatten bekannt, mit Fakten und scharfen Argumenten

Armin Wolf
Warum?

fragt in Interviews hartnäckig nach und reagiert spontan auf jede Ausweichbewegung

Marcel Reich-Ranicki
Warum?

urteilte im Literarischen Quartett schnell, scharf und mit großer Lust am Streit

Elke Heidenreich
Warum?

vertritt ihre Meinung über Bücher lebhaft und ohne Umschweife

Richard David Precht
Warum?

argumentiert in Talkshows schnell und hält auch bei Gegenwind dagegen

Harald Schmidt
Warum?

kommentierte das Tagesgeschehen spitz und reagierte schlagfertig auf jede Vorlage

Gordon Ramsay
Warum?

sagt direkt, was er denkt, und reagiert ohne Zögern

Wie wirkst du wirklich?

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