SacheGeplantZurückhaltend

Rhetorik-Typ

Architekt

Planer · zurückhaltend

Du baust deine Präsentationen sorgfältig auf und lässt nichts dem Zufall über.

Stärken und Stolpersteine

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Deine Stärken zeigen sich dort, wo andere improvisieren

Wenn in einem Projekt etwas schiefläuft, ruft man selten die lauteste Person an. Man ruft die an, die weiß, wie alles zusammenhängt. Oft bist das du.

Deine Stärken fallen nicht sofort auf. Sie zeigen sich über Wochen, in Unterlagen, die stimmen, und in Zusagen, die halten.

  • Du bist gründlich

    Deine Vorbereitung ist vollständig. Du kennst die Zahlen, die Quellen und auch die Schwachstellen deines eigenen Vorschlags. Wer mit dir in einen Termin geht, muss sich um den Inhalt keine Sorgen machen.

  • Du denkst in Strukturen

    Deine Präsentationen haben einen logischen Aufbau. Du siehst, welcher Punkt auf welchem aufbaut und wo eine Lücke in der Begründung ist. Genau diese Fähigkeit brauchst du später, um frei zu sprechen.

  • Du bist verlässlich

    Was du sagst, stimmt. Andere übernehmen deine Zahlen, ohne sie nachzurechnen. Das Vertrauen hast du dir über lange Zeit erarbeitet und es ist mehr wert als ein einzelner glänzender Auftritt.

  • Du bleibst sachlich

    Wenn eine Diskussion hitzig wird, bleibst du bei den Fakten. Du lässt dich nicht in persönliche Spitzen ziehen. Das bringt oft den ganzen Raum wieder auf den Boden.

  • Du hörst zu, bevor du sprichst

    Weil du nicht sofort reden musst, hörst du genau hin. Dir fallen Widersprüche auf, die anderen entgehen. Dein Beitrag ist deshalb oft der, der eine verworrene Diskussion ordnet.

  • Deine Unterlagen funktionieren auch ohne dich

    Deine Folien und Entscheidungsvorlagen versteht man auch, wenn du nicht danebenstehst. Sie werden weitergeleitet, ausgedruckt und im nächsten Termin wieder hervorgeholt. Das ist leise Wirkung, aber sie hält lange.

Wo dir deine Stärken im Weg stehen

Jeder deiner Stolpersteine hängt an einer Stärke. Die Gründlichkeit, die deine Unterlagen so gut macht, macht dich im Moment selbst unbeweglich.

Das ist keine Charakterfrage. Es sind Gewohnheiten und Gewohnheiten lassen sich ändern.

  • Anspannung lange vor dem Termin

    Tage vorher denkst du an den Termin. Du gehst ihn im Kopf durch, auch beim Abendessen. Kurz davor geht der Puls hoch und die Hände werden feucht.

  • Auswendig statt frei

    Damit nichts schiefgeht, lernst du ganze Passagen auswendig. Dann klingst du wie vorgelesen. Außerdem hängt alles an einem einzigen Satz: Fällt er dir nicht ein, fehlt auch der nächste.

  • Blackout bei Unerwartetem

    Eine Frage außerhalb deines Plans bringt dich aus dem Konzept. Die Antwort wüsstest du eigentlich. In dem Moment kommst du nur nicht an sie heran.

  • Zu dicht

    Du willst alles zeigen, was du erarbeitet hast. Auf einer Folie stehen dann vier Diagramme und eine Fußnote. Das Publikum sieht viel und merkt sich wenig.

  • Zu spät im Gespräch

    Du meldest dich erst, wenn dein Gedanke fertig ist. Bis dahin ist die Diskussion oft weiter oder die Entscheidung schon gefallen. Dein guter Beitrag kommt dann als Nachtrag.

  • Trockener, als du bist

    Vor Publikum hängt dein Blick an den Folien und die Stimme wird leiser. Wer dich nicht kennt, hält dich dann für distanziert oder unsicher. Dabei bist du nur angespannt.

Die Stärke bleibt, die Gewohnheit ändert sich

Die naheliegende Antwort auf diese Stolpersteine ist noch mehr Vorbereitung. Noch eine Probe, noch eine Folie im Anhang, noch eine Antwort auf eine Frage, die vielleicht kommt.

Das hilft bis zu einem Punkt. Danach macht es dich eher starrer.

Deine Gründlichkeit darfst du behalten. Du richtest sie auf etwas anderes. Statt jeden Satz vorzubereiten, bereitest du das Gerüst vor, auf dem deine Sätze stehen. Und du bereitest deinen Körper vor, damit du an dein Wissen herankommst.

Wer so vorbereitet ist, kann einen Satz vergessen, ohne den Faden zu verlieren.

Bereite das Gerüst vor, nicht jeden einzelnen Satz.

Wie andere dich erleben

Kollegen und Vorgesetzte erleben dich meist als kompetent, gründlich und verlässlich. Wer mit dir zusammenarbeitet, weiß, dass auf dich Verlass ist.

Vor größerem Publikum sieht das anders aus. Dort wirkst du manchmal angespannter oder trockener, als du eigentlich bist. Wer dich nur von einer Präsentation kennt, unterschätzt dich leicht.

Wann hat dir zuletzt jemand gesagt, dass du überzeugend warst, und nicht nur, dass deine Unterlagen gut waren? Wenn dir dazu keine Situation einfällt, weißt du, wo der Unterschied liegt.

Diese Lücke zwischen dem, was du kannst, und dem, wie es ankommt, ist gleichzeitig deine größte Chance. Der Inhalt ist schon da. Er muss nur im Raum ankommen.

Typ Architekt: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Angela Merkel
Warum?

sprach sachlich, gut vorbereitet und ohne Inszenierung

Bill Gates
Warum?

argumentiert mit Daten und Zusammenhängen, ruhig und strukturiert

Satya Nadella
Warum?

spricht ruhig, strukturiert und gut vorbereitet

Tim Cook
Warum?

präsentiert ruhig und genau nach Plan

Mario Draghi
Warum?

wählte jedes Wort mit Bedacht und blieb bei seiner vorbereiteten Linie

Sundar Pichai
Warum?

erklärt komplexe Themen ruhig und Schritt für Schritt

Wie wirkst du wirklich?

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