Nervosität und Druck
Wie sich Druck bei dir zeigt
Bei dir beginnt der Druck lange vor dem Termin. Tage vorher kreisen die Gedanken um die Präsentation. Am Abend davor sitzt du um elf noch an einer Folie, die eigentlich fertig ist.
Kurz vorher geht der Puls hoch. Die Hände werden feucht, der Mund wird trocken.
Im Termin selbst zeigt es sich leiser als bei anderen. Du redest nicht schneller oder lauter. Du wirst stiller, der Blick geht zur Folie, die Sätze werden förmlicher. Von außen sieht man vor allem, dass du steifer wirkst, als du bist.
Dazu kommt die Sorge vor dem Moment, in dem der Kopf leer wird. Wer das einmal erlebt hat, plant beim nächsten Mal noch mehr, um es zu verhindern.
Warum noch mehr Vorbereitung dich nicht ruhiger macht
Vorbereitung ist dein Werkzeug gegen Unsicherheit. Bis zu einem Punkt funktioniert das. Danach wird sie zu einem Ritual, das die Anspannung eher verlängert.
Jede weitere Runde mit den Folien sagt dir unterschwellig, dass es noch nicht sicher ist. Und jede auswendig gelernte Passage ist eine Stelle mehr, an der du hängen bleiben kannst.
Die Unruhe sitzt im Körper. Mit noch mehr Inhalt lässt sie sich deshalb kaum beruhigen.
Hilfreich ist ein festes Ende der Vorbereitung. Leg einen Zeitpunkt fest, ab dem du nichts mehr änderst, etwa am Vortag um 17 Uhr. Was bis dahin nicht drin ist, kommt nicht mehr hinein.
Ab einem bestimmten Punkt beruhigt dich Vorbereitung nicht mehr. Dann ist der Körper dran.
Was dir vor dem Termin hilft
Die einfachste Übung ist der lange Ausatem. Vier Sekunden durch die Nase ein, sechs bis acht Sekunden langsam aus. Zehnmal, im Stehen oder im Sitzen, in den fünf Minuten vor dem Termin.
Entscheidend ist der Zeitpunkt. Mach es, bevor der Puls oben ist, und nicht erst, wenn du schon vorne stehst.
Zu deiner Art passt ein fester Ablauf vor jedem Auftritt. Zum Beispiel Unterlagen zu, ein Glas Wasser, zehn ruhige Atemzüge, den ersten Satz einmal leise sagen. Ein Ablauf, den du kennst, gibt dir dieselbe Sicherheit wie eine gute Tagesordnung.
Nervosität ganz loszuwerden ist nicht das Ziel. Ein gewisses Maß an Anspannung macht dich wach. Es geht darum, dass sie dir nicht den Zugang zu deinem Wissen versperrt.
Wenn der Kopf trotzdem leer wird
Ein Blackout fühlt sich endlos an. Für das Publikum sind es meistens ein paar Sekunden Stille, die oft nicht weiter auffallen.
Als Architekt hast du hier einen Vorteil, denn du hast ein Gerüst. Wenn ein Satz fehlt, gehst du zum nächsten Punkt auf deiner Karte. Der genaue Satz ist unwichtig, der Punkt zählt.
Damit das im Ernstfall klappt, legst du den Ablauf vorher fest. Planen kannst du ja.
Übung
Dein Plan für den leeren Moment
- Leg fest, was du tust, wenn der Faden reißt: eine Pause machen, einmal lang ausatmen, auf die Stichwortkarte schauen.
- Bereite einen Satz vor, der dir Zeit gibt, zum Beispiel: „Ich fasse kurz zusammen, wo wir stehen.“
- Wiederhole dann deinen letzten Punkt in einem Satz. Meistens kommt der nächste Gedanke dabei von selbst.
- Üb den Ablauf zu Hause. Halte eine Präsentation, lass dich an einer Stelle unterbrechen und steig mit diesen drei Schritten wieder ein.
- Mach das zwei- bis dreimal, bis der Ablauf sitzt.
Nach dem Termin nicht alles zerlegen
Nach einem Auftritt gehst du ihn im Kopf noch einmal durch, oft mehrmals. Jeder Versprecher und jede holprige Antwort bekommt eine eigene Analyse.
Gründlichkeit im Nachhinein macht dich vor dem nächsten Termin nicht ruhiger. Begrenze sie lieber. Fünf Minuten, schriftlich, drei Fragen: Was ist gut gelaufen? Was ist mir aufgefallen? Was mache ich beim nächsten Mal anders?
Danach ist der Termin abgeschlossen. Was du ändern willst, steht auf dem Zettel. Den Rest darfst du loslassen.