SacheGeplantZurückhaltend

Rhetorik-Typ

Architekt

Planer · zurückhaltend

Du baust deine Präsentationen sorgfältig auf und lässt nichts dem Zufall über.

Fragen, Einwände und Kritik

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Warum dich die unerwartete Frage so trifft

Kritische Fragen sind für dich der unangenehmste Moment einer Präsentation. Am Wissen liegt das selten. Meistens weißt du mehr als die Person, die fragt.

Die Frage trifft dich, weil sie nicht im Plan stand. Dein Kopf sucht nach der vorbereiteten Antwort und findet keine. Gleichzeitig geht der Puls hoch. Diese Mischung versperrt dir den Zugang zu dem, was du eigentlich weißt.

Deshalb brauchst du in diesem Moment zuerst etwas sehr Einfaches, nämlich Zeit. Ein paar Sekunden, in denen der Körper nachkommt und der Kopf sortiert.

Mit ruhigem Körper ist die Antwort meistens da.

Zeit gewinnen, ohne auszuweichen

Fass die Frage zuerst in einem Satz zusammen. „Sie wollen also wissen, ob der Zeitplan mit dem neuen Lieferanten hält.“ Dann eine kurze Pause. Dann die Antwort.

Das wirkt nicht wie Ausweichen. Es zeigt, dass du die Frage ernst nimmst. Und es gibt dir zwei, drei Sekunden zum Ausatmen.

Ist die Frage unklar, hilft das Rückfragen, eine der vier Konter-Techniken: „Meinen Sie die Kosten im ersten Jahr oder über die ganze Laufzeit?“ Die Rückfrage grenzt das Feld ein. Auf eine enge Frage findest du leichter eine präzise Antwort.

Bei einer langen, verschachtelten Frage hilft die Papageientechnik. Du greifst das Schlüsselwort auf, das dein Gegenüber verwendet hat, und machst es zum Ausgangspunkt: „Sie haben das Risiko angesprochen. Zum Risiko kann ich Folgendes sagen.“

Erst die Antwort, dann die Begründung

Du baust Antworten gern so auf wie deine Unterlagen, mit der Herleitung zuerst und dem Ergebnis am Schluss. Unter Druck ist das riskant. Bis du beim Ergebnis bist, hat dich die nächste Frage schon unterbrochen.

Dreh die Reihenfolge um. Der erste Satz ist die Antwort, kurz und knapp. Dann kommen ein, höchstens zwei Gründe.

Schwach: „Also, da muss man unterscheiden, es gibt mehrere Faktoren, erstens die Rohstoffpreise …“

Stark: „Ja, der Zeitplan hält. Der neue Lieferant hat schon zwei Wochen Vorlauf eingeplant.“

Will jemand mehr wissen, nimmst du die Drei-Säulen-Struktur dazu: eine Aussage, drei Punkte, je ein Beleg. Dein strukturierter Kopf kann das. Er braucht nur die Erlaubnis, mit dem Ergebnis anzufangen.

Wenn jemand deine Zahlen angreift

„Die Zahlen sind doch viel zu optimistisch.“ So ein Satz trifft dich mehr als andere, weil deine Zahlen dein Fundament sind.

Rechtfertige dich nicht sofort. Nimm das Umdefinieren, eine der vier Konter-Techniken, und gib dem Einwand eine sachliche Richtung: „Ich hab bewusst vorsichtig gerechnet. Ich zeig Ihnen gern, mit welchen Annahmen.“

Wird es persönlich oder dreht sich das Gespräch im Kreis, wechsle die Ebene: „Ich merke, dass wir bei den Annahmen nicht zusammenkommen. Sollen wir die zwei strittigen Punkte bis Freitag gemeinsam durchgehen?“

Deine Sachlichkeit ist hier eine echte Stärke. Schlagfertig wie jemand, der vom spontanen Wortwitz lebt, brauchst du nicht zu sein. Ruhig und präzise reicht völlig.

Wenn du die Antwort wirklich nicht weißt

Auch das passiert. Dann sag es, mit einem klaren nächsten Schritt: „Das hab ich nicht im Kopf. Ich schick es Ihnen bis morgen Mittag.“ Bei jemandem, dessen Zahlen sonst stimmen, wirkt das sogar glaubwürdig.

Geht es um eine Einschätzung statt um eine Zahl, hilft der Brillenwechsel. Du schaust das Thema kurz durch mehrere Brillen an, etwa Zeit, Geld und die betroffenen Menschen, und sagst zu einem davon etwas Fundiertes.

Übung

Fragen nach Richtungen vorbereiten

  1. Nimm deine nächste Präsentation und schreib auf, aus welchen Richtungen Fragen kommen können: Kosten, Zeit, Risiko, Zuständigkeit, Alternativen.
  2. Bereite zu jeder Richtung nur einen ersten Satz vor, nicht die ganze Antwort.
  3. Bitte eine Kollegin, dir fünf Fragen zu stellen, die sie sich selbst ausdenkt.
  4. Beantworte jede in derselben Reihenfolge: Frage zusammenfassen, Pause, Antwort im ersten Satz, ein Grund.
  5. Notier, bei welcher Frage du am längsten gesucht hast. Auf diese Richtung bereitest du dich beim nächsten Mal gezielter vor.

Typ Architekt: Diese Menschen kennst du vielleicht

Unsere Einschätzung nach öffentlichen Auftritten. Diese Menschen haben den Test nicht gemacht.

Angela Merkel
Warum?

sprach sachlich, gut vorbereitet und ohne Inszenierung

Bill Gates
Warum?

argumentiert mit Daten und Zusammenhängen, ruhig und strukturiert

Satya Nadella
Warum?

spricht ruhig, strukturiert und gut vorbereitet

Tim Cook
Warum?

präsentiert ruhig und genau nach Plan

Mario Draghi
Warum?

wählte jedes Wort mit Bedacht und blieb bei seiner vorbereiteten Linie

Sundar Pichai
Warum?

erklärt komplexe Themen ruhig und Schritt für Schritt

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