Präsentationen und Vorträge
Lebendig bist du schon
Du präsentierst mit Beispielen, mit Blickkontakt und mit Stimme. Du schaust auf die Leute statt auf die Folie. Passiert etwas im Publikum, greifst du es auf.
Daran musst du nichts ändern. Viele, die vorne stehen, wären froh, wenn sie so frei sprechen könnten wie du.
Bei dir hakt es am Aufbau, meistens an zwei Stellen: bei der Zeit und bei der Frage, wo du gerade stehst.
Wohin deine Zeit verschwindet
Du hast zwanzig Minuten. Nach zwölf Minuten bist du beim zweiten von fünf Punkten. Der Rest muss sich in acht Minuten ausgehen, also klickst du dich durch die letzten Folien.
Was ist passiert? Meistens eine Geschichte, die länger geworden ist als gedacht. Oder eine Zwischenfrage, aus der eine kleine Diskussion wurde. Oder ein Gedanke, der dir beim Reden gekommen ist und noch dringend raus wollte.
Dein Publikum merkt sich dann vor allem den Teil, in dem du gehetzt hast. Der Schluss, der deine Botschaft bringen sollte, geht unter.
Ein kleines Hilfsmittel gibt dir unterwegs den Überblick zurück. Schreib auf jede Folie als Überschrift einen ganzen Satz mit der Aussage dieser Folie, etwa „Die Reklamationen kommen fast alle aus einem Werk“. Verlierst du dich, genügt ein Blick und du weißt wieder, wo du bist. Dein Publikum weiß es dann auch.
Eine Struktur, die dich frei lässt
Vielleicht denkst du jetzt: Wenn ich mir alles vorher zurechtlege, bin ich nicht mehr ich. Das verstehe ich. Eine gute Struktur ist aber kein Manuskript. Sie ist ein Gerüst, an dem du dich frei bewegst.
Für dich reicht die Drei-Säulen-Struktur. Das Fundament ist deine Kernaussage in einem Satz. Darauf stehen drei Punkte als Säulen. Mehr brauchst du nicht im Kopf.
Jede Geschichte, die du erzählst, gehört zu genau einem dieser drei Punkte. Fällt dir während der Präsentation eine ein, die zu keinem passt, lass sie weg. Schlecht ist sie deshalb nicht. Sie gehört nur in einen anderen Vortrag.
Übung
Drei Säulen in zwanzig Sekunden
- Nimm das Thema deiner nächsten Präsentation. Steht keine an, nimm eine Aufgabe, an der du gerade arbeitest.
- Stell einen Timer auf zwanzig Sekunden. In dieser Zeit legst du nur fest: einen Satz als Kernaussage und drei Punkte.
- Sprich danach zwei Minuten laut und im Stehen, mit dem Handy auf Aufnahme.
- Hör dir die Aufnahme an und prüf zwei Dinge: Kam die Kernaussage am Anfang und am Ende? Hat jede Geschichte zu einem der drei Punkte gepasst?
- Mach das fünf Arbeitstage hintereinander, jeden Tag mit einem anderen Thema.
Jede Geschichte braucht einen letzten Satz
Deine Geschichten sind deine Stärke.
Damit sie für dich arbeiten, braucht jede einen letzten Satz, der zurück zur Kernaussage führt.
Etwa so: „… und deshalb glaube ich, dass wir die Freigaben vereinfachen müssen.“ Ohne diesen Satz bleibt die Geschichte eine nette Anekdote. Mit ihm wird sie zum Beleg.
Prüf beim Üben jede Geschichte mit einer Frage: Was soll mein Publikum danach anders sehen als vorher? Fällt dir darauf keine klare Antwort ein, ist die Geschichte Unterhaltung und noch kein Beleg.
Gib jeder Geschichte auch ein Zeitlimit. Eine Minute reicht fast immer. Merkst du beim Üben, dass eine Geschichte drei Minuten braucht, kürz sie, bevor du vor Publikum stehst.
Ein Schluss, den du vorher kennst
Den letzten Satz deiner Präsentation legst du vorher fest, und zwar wörtlich. Das ist die einzige Stelle, an der du dir ein kleines Stück Manuskript erlaubst.
Läuft dir die Zeit davon, springst du direkt zu diesem Satz. Dann endet dein Vortrag klar, auch wenn du nicht alles untergebracht hast. Was fehlt, kannst du in der Fragerunde nachliefern.
Wer seinen letzten Satz kennt, kann unterwegs frei sprechen.