In Meetings
Die Stimme, die eine Diskussion in Gang bringt
In Meetings bist du oft die Person, die zuerst etwas sagt. Wenn alle abwarten, brichst du das Eis. Stockt eine Diskussion, bringst du sie mit einer Frage oder einem Beispiel wieder in Bewegung.
Das ist wertvoll.
Eine Besprechung, in der keiner etwas sagt, kostet alle eine Stunde und bringt nichts.
Gerade in Runden mit viel Hierarchie, in denen keiner den ersten Schritt machen will, ist deine frühe Wortmeldung ein Vorteil. Wer früh etwas sagt, gibt der Diskussion oft die Richtung.
Schwierig wird es an einer anderen Stelle. Du fängst gut an, findest aber kein Ende.
Warum dein Beitrag manchmal zerfasert
Du startest mit einem Gedanken. Beim Reden fällt dir ein zweiter ein, dann ein Beispiel, das gut passt, dann eine Einschränkung. Nach drei Minuten bist du an einem Punkt, den du am Anfang gar nicht geplant hattest.
Für dich fühlt sich das an wie Denken. Für die anderen klingt es wie Suchen.
Am meisten kostet dich das Ende. Ein Beitrag, der mit einem weiteren Gedanken aufhört, gibt der Runde nichts, worauf sie reagieren kann. Endet er mit einem Vorschlag, kann man zustimmen, widersprechen oder entscheiden.
Ein Beitrag im Meeting endet mit einem Vorschlag und nicht mit dem nächsten Gedanken.
Wie klingt ein Beitrag in drei Sätzen?
Bevor du dich meldest, gib dir zwei Sekunden. In diesen zwei Sekunden klärst du nur eine Frage: Was ist mein Vorschlag?
Dann sprichst du drei Sätze. Der erste ist der Vorschlag, der zweite die Begründung, der dritte der nächste Schritt.
Zum Beispiel so: „Ich würde den Launch auf März verschieben. Die Schnittstelle zum Lager ist noch nicht getestet und wenn die im Weihnachtsgeschäft ausfällt, haben wir ein echtes Problem. Ich kläre bis Donnerstag mit der IT, ob sich Februar noch ausgeht.“
Die Geschichte vom letzten Ausfall darfst du gern erzählen, wenn jemand nachfragt. Aber erst dann.
Übung
Drei Sätze im nächsten Meeting
- Nimm dir für dein nächstes Meeting einen einzigen Punkt vor, zu dem du etwas sagen willst.
- Schreib vorher drei Stichworte auf einen Zettel: deinen Vorschlag, deinen Grund, deinen nächsten Schritt.
- Melde dich wie gewohnt, sprich aber nur diese drei Sätze und hör dann auf.
- Halte nach dem dritten Satz Blickkontakt und schweig, bis jemand reagiert. Die Stille fühlt sich für dich länger an, als sie ist.
- Notier nach dem Meeting, was die Runde mit deinem Vorschlag gemacht hat. Wiederhol das in drei Besprechungen hintereinander.
Raum lassen, ohne leiser zu werden
Wer viel spricht, nimmt anderen Redezeit, auch ohne es zu wollen. Ruhigere Kolleginnen und Kollegen warten auf eine Lücke, die bei dir selten kommt.
Leiser werden musst du dafür nicht. Gib das Wort nach deinem Beitrag aktiv weiter, mit Namen und mit einer konkreten Frage: „Wie schaut das aus Sicht der Buchhaltung aus?“
So bleibt dein Schwung im Raum, ohne dass er alles andere überdeckt. Du bekommst Einwände früh auf den Tisch, solange sie noch billig sind. Und die anderen erleben dich als jemanden, der eine Runde in Gang bringt und sie nicht an sich reißt.
Was tun, wenn du merkst, dass du ausholst?
Es wird dir trotzdem passieren. Mitten im Beitrag merkst du, dass du schon wieder unterwegs bist, beim dritten Beispiel und noch nicht beim Punkt.
Dann hilft ein Satz, mit dem du dich selbst einfängst: „Ich merke, ich hole aus. Kurz gesagt: Ich bin für März.“
Unsicher wirkt das nicht. Die Runde erlebt, dass du deine eigene Redezeit im Blick hast. Und du kommst mit einem Satz zurück zu dem, was die anderen von dir brauchen.