Füllwort-Checker: Stegreifrede üben und Füllwörter finden

Sprich 60 Sekunden frei oder füg einen Text ein. Du siehst, wie oft du „äh“ und „ähm“ sagst, und kannst jede Stelle einzeln nachhören.

Deine Aufgabe
Szenario 1 von 8

Dein Chef fragt dich im Meeting unerwartet: „Wie läuft eigentlich Ihr Projekt?“ Antworte in 60 Sekunden.

60 s
Wie es funktioniert: Dein Browser fragt einmal nach der Erlaubnis für das Mikrofon. Die Aufnahme wird ausschließlich auf deinem Gerät ausgewertet, nichts wird übertragen und nichts gespeichert. Beim ersten Mal lädt dein Browser dafür eine kleine Worterkennung herunter (rund 45 MB, am besten im WLAN). Sie läuft danach direkt auf deinem Gerät.
Verzögerungen
-„äh“, „ähm“ und gezogene Wörter
Wähl ein Szenario und sprich frei. Nach dem Stopp werten wir deine Aufnahme aus.
Empfindlichkeit
Findet das Werkzeug zu wenig, stell auf „Empfindlich“ und hör die Fundstellen nach. Die Neuberechnung braucht keine neue Aufnahme.
Gezählt wird jede Verzögerung: das kurze „äh“ genauso wie ein absichtlich gezogenes Wort. Die Zahl ist eine Schätzung, also hör die Fundstellen nach.
Echte Füllwörter wie „also“ oder „eigentlich“ zählt der Sprech-Modus nicht. Dafür müsste die kleine Worterkennung jedes Wort sicher verstehen, und das schafft sie nicht verlässlich.
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KostenlosOhne AnmeldungDaten bleiben in deinem BrowserStand Oktober 2026

Füllwort, Fülllaut, Dehnung: der Unterschied

Drei verschiedene Dinge werden oft in einen Topf geworfen, obwohl sie unterschiedlich entstehen und unterschiedlich zu beheben sind. Gemeinsam haben sie nur den Zweck: Zeit kaufen, während der Kopf den nächsten Satz sucht.

GruppeBeispieleEin echtes Wort?Wo zu finden
Füllwortalso, halt, quasi, eigentlich, irgendwie, genau, im Prinzip, teilweiseja, es steht im Wörterbuchim Text-Modus
Fülllautäh, ähm, öhm, hmnein, ohne Bedeutungin der Aufnahme
Dehnung„uuund dann“, „sooo“, „diiie Frage“ja, aber gezogenin der Aufnahme

Ein Fülllaut heißt in der Fachsprache auch Verzögerungslaut oder gefüllte Pause. Er ist kein Wort, sondern ein Geräusch mit offenem Mund, während die Zunge in Ruhestellung liegt. Eine Dehnung ist dagegen ein ganz normales Wort, dessen Vokal in die Länge gezogen wird. Beides wirkt gleich, beides kauft Zeit, und beides verschwindet, wenn du an derselben Stelle stattdessen schweigst.

Dazu kommen zwei Gruppen, die nicht Zeit kaufen, sondern die Aussage abschwächen:

  • Weichmacher nehmen die eigene Aussage zurück: ich glaube, ich denke, ich würde sagen, vielleicht, eventuell, ein bisschen, relativ, eher, versuchen, möglicherweise.
  • Kleinmacher entschuldigen die eigene Anwesenheit: nur ganz kurz, wenn ich darf, wenn das okay ist, ich will Sie nicht lange aufhalten, ich bin kein Experte, vielleicht eine dumme Frage.

Die letzte Gruppe ist die teuerste. Füllwörter kosten Eleganz, Kleinmacher kosten Autorität. Wer eine Wortmeldung mit „Nur ganz kurz, wenn ich darf" eröffnet, hat seine Bedeutung im Raum bereits selbst herabgesetzt, bevor das erste Argument fällt.

Was das Werkzeug kann und was nicht

Die Aufnahme wird auf deinem Gerät ausgewertet, und zwar auf zwei Wegen gleichzeitig. Eine kleine Worterkennung, die in deinem Browser läuft, stellt fest, wann jedes Wort beginnt und endet. Ein „äh“ schreibt sie nicht mit, sie rechnet seine Zeit dem Wort davor zu. Dieses Wort wird dadurch auffällig lang. Gleichzeitig sucht eine Klanganalyse Abschnitte, in denen die Lautstärke gleichmäßig bleibt. Genau das ist die Signatur einer Verzögerung: Der Ton läuft weiter, ohne sich zu verändern.

Gezählt wird nur, wo beide Wege an derselben Stelle anschlagen. So fallen auch sehr kurze „äh“ auf, während langsames, betontes Sprechen nicht mitgezählt wird: Es macht die Wörter zwar lang, aber nicht den Ton gleichmäßig. Lässt sich die Worterkennung nicht laden, etwa ohne Internetverbindung, zählt das Werkzeug nur nach dem Klang. Sehr kurze „äh“ können dann fehlen.

Gezählt wird beides zusammen: das kurze „äh“ genauso wie ein absichtlich gezogenes Wort. Beides ist dieselbe Sache, nämlich eine Verzögerung, die du mit einer Pause ersetzen könntest. Die Zahl ist eine Schätzung und keine Messung, deshalb kannst du jede Fundstelle einzeln anhören.

Füllwörter wie „also“ oder „eigentlich“ bleiben dem Text-Modus überlassen. Für sie braucht es die Wörter selbst, und die kleine Worterkennung im Browser weiß zwar verlässlich, wann ein Wort gesprochen wird, aber nicht immer, welches. Eine große Spracherkennung, wie sie im Browser eingebaut ist, kommt nicht in Frage: Sie würde genau die Verzögerungslaute herausfiltern, die hier sichtbar werden sollen, und deine Stimme an einen fremden Anbieter schicken.

Wie viele Füllwörter sind normal?

Aus meiner Arbeit mit Führungskräften: Jeder Mensch hat vier bis sechs eigene Füllwörter aus einem Vorrat von etwa dreißig, die im Deutschen dafür in Gebrauch sind. Es geht also nicht darum, alle dreißig zu kennen, sondern die eigenen vier bis sechs. Genau die zeigt dir dieses Werkzeug.

Eine harte Grenze, ab der es zu viel wird, kenne ich nicht, und ich habe auch keine belastbare Zahl dafür gefunden. Meine Erfahrung: Solange das Publikum den Inhalt behält, fällt nichts auf. Sobald jemand nach dem Vortrag das „ähm“ erwähnt und nicht die Kernbotschaft, war es zu viel.

Ganz ohne geht es allerdings nicht, und das ist auch nicht das Ziel. Gesprochene Sprache ohne jedes Füllwort klingt vorgelesen. Es geht darum, die Häufung zu senken, nicht darum, perfekt zu sprechen.

Wie vermeide ich Füllwörter?

Der wirksamste Ersatz für ein Füllwort ist keine andere Formulierung, sondern die Pause. Wer „ähm" weglässt und stattdessen kurz schweigt, wirkt sofort souveräner. Die Stille fühlt sich für dich länger an als für dein Publikum.

  1. Erst hören, dann üben. Nimm dich zwei Minuten lang auf und zähl mit. Die meisten unterschätzen ihre Quote deutlich.
  2. Eine Gruppe nach der anderen. Nimm dir zuerst die Kleinmacher vor, das bringt am meisten Wirkung bei geringstem Aufwand.
  3. Den Satz kürzer bauen. Füllwörter sammeln sich in langen Schachtelsätzen. Wer Punkte setzt, braucht weniger Überbrückung.
  4. Den Einstieg auswendig können. Die ersten dreißig Sekunden entscheiden über das Muster für den Rest.

Wie schnell du dabei sprichst, hängt unmittelbar damit zusammen: Wer zu schnell spricht, füllt die Lücken mit Lauten statt mit Pausen. Miss dein Tempo mit dem Sprechtempo-Test und die Dauer deines Textes mit dem Redezeit-Rechner.

Weichmacher: Wenn der Satz die Aussage zurücknimmt

„Ich glaube, wir sollten das Projekt stoppen" und „Ich empfehle, das Projekt zu stoppen" enthalten dieselbe Information. Die Wirkung ist eine andere. Der erste Satz lädt zur Diskussion ein, der zweite legt eine Position vor.

Weichmacher sind nicht grundsätzlich falsch. Wer eine Vermutung äußert, soll sie als Vermutung kennzeichnen. Teuer wird es, wenn sie aus Gewohnheit vor jeder Aussage stehen, auch vor denen, bei denen du dir sicher bist.

Stegreifrede üben: 8 Themen aus dem Führungsalltag

Eine Stegreifrede ist eine Rede ohne Vorbereitung. Im Berufsalltag ist genau das der Normalfall: die unerwartete Frage im Meeting, die Bitte um eine kurze Einschätzung, der spontane Bericht vor der Geschäftsleitung. Geübt wird dagegen fast immer nur die vorbereitete Präsentation.

Die Szenarien in diesem Werkzeug stammen deshalb nicht aus dem Rhetorikunterricht, sondern aus dem Alltag von Führungskräften:

  • Dein Chef fragt unerwartet nach dem Stand deines Projekts.
  • Ein neuer Kollege will wissen, was dein Team eigentlich macht.
  • Ein Kunde fragt, warum er dich und nicht den Mitbewerber nehmen soll.
  • Du musst dem Team sagen, dass ein Termin nicht hält.
  • Die Geschäftsleitung fragt, was du brauchst, damit es schneller geht.
  • Du sollst dich und deine Arbeit bei einer Veranstaltung vorstellen.
  • Ein Kollege kritisiert deinen Vorschlag vor allen.
  • Du sollst begründen, warum dein Budget nicht gekürzt werden sollte.

Wie ist eine Stegreifrede aufgebaut?

Wer spontan sprechen muss, braucht kein Konzept, sondern ein Muster, das immer trägt. Das einfachste besteht aus drei Schritten: Kernaussage, Begründung, Ausblick. Du sagst zuerst, worauf es hinausläuft, dann warum, dann was als Nächstes passiert.

Auf die Frage nach dem Projektstand heißt das: „Wir liegen zwei Wochen zurück." (Kernaussage) „Der Grund ist die verspätete Freigabe des Lieferanten." (Begründung) „Ab Montag ziehen wir die Tests vor, damit halten wir den Endtermin." (Ausblick) Drei Sätze, keine Einleitung, keine Entschuldigung.

Der häufigste Fehler ist die Anlaufschleife: „Ja, also, da muss ich kurz überlegen, im Prinzip ist es so, dass wir eigentlich …" Diese Sekunden kosten die Aufmerksamkeit, die du für deine eigentliche Aussage bräuchtest. Genau solche Anlaufschleifen markiert dir dieses Werkzeug.

Aus meiner Coaching-Praxis: Eine Klientin, nennen wir sie Silvia, arbeitet angestellt im Kundendienst und übernimmt nebenbei ihren ersten eigenen Betrieb. Sie kam mit der Annahme, sie müsse mehr Energie aufwenden, um klar zu sprechen. Meine Gegenthese war das Gegenteil: Wenn die Stimme richtig sitzt, brauchst du weniger Energie, nicht mehr. Reduzier dich auf wenige klare Wörter und sprich die deutlicher. Was wirklich Energie frisst, ist das Nachfragen. Jedes „wie bitte?“ kostet dich den ganzen Satz noch einmal.

Bei den Füllwörtern sind wir genauso vorgegangen. Im Deutschen sind etwa dreißig davon in Gebrauch, jeder Mensch benutzt vier bis sechs davon. Bei ihr waren es „teilweise“ und „irgendwie“. Wir haben die zwei notiert, gestrichen und die Pause an ihre Stelle gesetzt. Nicht dreißig bekämpfen, sondern die eigenen zwei kennen.

Ihr Ziel für die Zeit danach hat sie selbst formuliert: mehr Ruhe, längere Sätze, mehr Pausen, mehr auf den Punkt. Genau dafür ist dieses Werkzeug gedacht. Es zeigt dir nicht die dreißig, sondern deine vier bis sechs.

Häufige Fragen

Was sind Füllwörter?

Füllwörter sind echte Wörter, die im Satz keine Information transportieren, sondern eine Denkpause überbrücken: „also", „halt", „quasi", „eigentlich", „irgendwie", „teilweise". In Maßen sind sie normal, in Häufung kosten sie Klarheit und Wirkung.

Was ist der Unterschied zwischen Füllwort und Fülllaut?

Ein Füllwort ist ein echtes Wort aus dem Wörterbuch, etwa „also" oder „eigentlich". Ein Fülllaut ist kein Wort, sondern ein Geräusch: „äh", „ähm", „öhm", „hm". Fachsprachlich heißt er Verzögerungslaut oder gefüllte Pause. Im geschriebenen Text findest du Füllwörter, im Ton findest du Fülllaute.

Was ist eine Dehnung beim Sprechen?

Eine Dehnung ist ein ganz normales Wort, dessen Vokal in die Länge gezogen wird: „uuund dann", „sooo", „diiie Frage". Es ist kein Füllwort und kein Fülllaut, erfüllt aber dieselbe Aufgabe, nämlich Zeit zu kaufen. Auch hier hilft dieselbe Lösung: an dieser Stelle schweigen statt ziehen.

Wie viele Füllwörter sind normal?

Aus meiner Arbeit mit Führungskräften: Jeder Mensch hat vier bis sechs eigene Füllwörter aus einem Vorrat von etwa dreißig. Es geht also nicht darum, alle zu kennen, sondern die eigenen. Ganz ohne Füllwörter klingt gesprochene Sprache dagegen steif.

Wie werde ich Füllwörter los?

Ersetze sie nicht durch andere Wörter, sondern durch eine Pause. Wer das Füllwort bewusst weglässt und stattdessen kurz schweigt, wirkt sofort souveräner. Das lässt sich üben, am besten laut und mit Aufnahme.

Was sind Weichmacher?

Weichmacher nehmen die eigene Aussage zurück: „ich glaube", „vielleicht", „ein bisschen", „ich würde sagen". Sie wirken höflich, senken aber die Verbindlichkeit. In Entscheidungssituationen ist das teuer.

Was ist eine Stegreifrede?

Eine Rede ohne Vorbereitung: Du bekommst ein Thema und sprichst sofort. Im Berufsalltag ist das der Normalfall: die unerwartete Frage im Meeting, die Bitte um eine kurze Einschätzung, der spontane Bericht vor der Geschäftsleitung.

Wie übe ich Stegreifreden allein?

Mit einem zufälligen Thema, einer festen Zeit und einer Aufzeichnung. Genau dafür ist dieses Werkzeug gedacht: Szenario wählen, 60 Sekunden sprechen, danach lesen, was du tatsächlich gesagt hast.

Werden meine Texte und Aufnahmen gespeichert?

Nein. Deine Aufnahme wird ausschließlich auf deinem Gerät ausgewertet und nirgendwohin übertragen. Sie verschwindet, sobald du die Seite schließt. Auch eingefügte Texte bleiben in deinem Browser. Für die Auswertung lädt dein Browser beim ersten Mal eine kleine Worterkennung herunter, die danach direkt auf deinem Gerät läuft. Deine Stimme bekommt dabei niemand.

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