Warum Körpersprache bei Präsentationen entscheidet
Hat es einen Sinn, sich mit Körpersprache zu beschäftigen? Bringt es etwas? Die Antwort ist ja. Der Grund lässt sich in einem Prinzip zusammenfassen: Die Attribute deines Auftretens werden dir als Person zugeschrieben.
Stell dir vor, jemand kommt zu spät ins Meeting, zupft ständig an seiner Kleidung, hat die Hände in der Hosentasche und steht verkrampft da. Das Publikum denkt: unsicher, gestresst, vielleicht sogar inkompetent. Dabei kann das die kompetenteste Person im Raum sein, ein Nobelpreisträger, egal.
Ohne das passende Auftreten fliegen ihr am Anfang genau diese Attribute zu. Und das lässt sich verhindern.
Dazu gibt es einen Befund aus der Forschung. Burgoon, Birk und Pfau (1990) haben 60 Redner gefilmt: Stimmliche und körperliche Verhaltensweisen hingen mit den Glaubwürdigkeits- und Überzeugungsurteilen der Zuhörer zusammen.1 Die Studie ist korrelativ und arbeitet mit studentischen Rednern. Sie zeigt einen Zusammenhang, nicht, dass ein bestimmtes Verhalten die Glaubwürdigkeit verursacht.
Das zweite Prinzip ist die Wechselwirkung. Es gibt einen Zusammenhang zwischen deiner Körpersprache, also wie du aussiehst, deinem Befinden und deiner Stimme. Wer mit verschränkten Armen dasteht, zusammengezogen und angespannt, bei dem funktioniert die beste Tonalität nicht. Wer offen dasteht, merkt, wie die Stimme anders wird.
Mehr Sicherheit in der Körpersprache, kein Zappeln und automatisch eine bessere Stimmlage und ein besseres Gefühl. Das schaukelt sich hoch wie ein Zinseszins, in beide Richtungen.
Und das dritte: Präsenz. Es gibt Menschen, die einen Raum betreten und ihn ausfüllen. Das ist keine Magie, sondern die Summe aus Stand, Händen und Blick. Wer seinen Platz einnimmt, statt wie ein schüchternes Kind dazustehen, ist präsent.
Und Körpersprache zählt ab dem Moment, in dem man dich sieht, nicht erst ab dem ersten Wort: beim Betreten der Bühne, auf dem Podium, während jemand anderer spricht.
Gerade Körpersprache lässt sich am Anfang besonders schnell verbessern. Die Entwicklung ist meistens schon in einer Stunde sichtbar.
Warum du dein Video ohne Ton ansiehst
Bevor du etwas änderst, brauchst du Bewusstsein. Das macht erstens Spaß und zweitens lassen sich alle folgenden Inhalte dann viel schneller umsetzen.
Filme dich zwei bis drei Minuten beim freien Sprechen über ein Thema, das dir leichtfällt, im Stehen, mindestens von der Hüfte aufwärts, besser mit Oberschenkeln, damit der Stand sichtbar ist. Es geht nicht um den Inhalt. Du nimmst die erste Aufnahme, nicht die fünfte. Lieber unvollkommen starten als perfekt zögern.
Dann siehst du das Video ohne Ton an und notierst auf einem Zettel daneben, was auffällt. Arbeite nicht von oben bis unten ab, nimm nur das, was ins Auge springt.
Ein Hinweis, der viele entlastet: Du musst keine Expertin, kein Experte für Körpersprache sein. Dein Publikum besteht aus Menschen, die Körpersprache intuitiv wahrnehmen, genau wie du. Verlass dich auf dein Gefühl. Wenn etwas komisch aussieht, sieht es für dein Publikum auch komisch aus.
- Augenkontakt: Wurde er gehalten? Öfter weggesehen, auf den Boden, seitlich, hektisch schweifend?
- Mimik: Spiegelt das Gesicht die Emotionen, oder ist es versteinert? Passt es zum Inhalt? „Ich freue mich, dass wir hier sind“ mit hängenden Mundwinkeln passt nicht.
- Haltung: Aufrecht oder gebeugt, nach vorne gekippt, Schultern hochgezogen, oder locker, entspannt und trotzdem aufrecht?
- Gesten: Was tun die Hände? Hängen sie seitlich, oder unterstützen sie den Inhalt? Aktiv oder passiv? Zu schnell, zu langsam, zu tief?
- Stand: Gleichmäßig auf zwei Beinen, oder lässig auf einem? Unruhig hin und her gestiegen? Beine gekreuzt?
- Bewegung: Wurde herumgegangen und wie hat das gewirkt? Kontrolliert oder wie ein Tiger im Gehege?
Ich zeige im Coaching dazu ein gespieltes Negativbeispiel und die Liste der Befunde ist immer dieselbe: von einem Fuß auf den anderen steigen, dann auf einem Bein stehen, Beine verschränken, mit den Fingern spielen, mit dem Ring drehen, Blick nach unten, Hand in der Hosentasche, Hände verschränkt, monotone Mimik und dabei wird auch die Stimme monotoner, Oberkörper nach vorne gebückt, was bittstellerisch wirkt, Arme fallen lassen, was passiv wirkt und automatisch weniger Gesten erzeugt, Gesten nur auf Gürtelhöhe, durch die Haare fahren, am Hemd zupfen. Jedes davon einzeln ist eine Kleinigkeit. Zusammen ergeben sie das Bild, das dem Sprecher zugeschrieben wird.
Das Positivbeispiel ist unspektakulär: stabiler, etwa hüftbreiter Stand ohne Wippen, Hüfte ruhig, Schultern nicht vorgezogen, Blickkontakt von Anfang an, Mimik lebendig, Gesten, die den Inhalt immer wieder unterstützen, ein kontrollierter Ortswechsel beim neuen Punkt und dadurch mehr Variation in der Stimme. Gute Körpersprache ist entspannt, trotzdem sicher, kontrolliert, nicht hektisch.
Welche drei Hebel am meisten bewirken
Aus der Analyse folgen fast immer dieselben drei Baustellen und ich gehe sie in einer bestimmten Reihenfolge an: Gestik, Augenkontakt, Stand. Mimik erst, wenn diese drei sitzen. Wer allerdings extrem unruhig steht, beginnt mit dem Stand, weil das alles andere untergräbt.
Gestik ist meistens der Anfang, weil sie am wenigsten können, am längsten dauert und den größten Effekt hat. Dass Gesten dem Publikum beim Verstehen helfen, hat Hostetter (2011) über 63 Stichproben untersucht: ein moderater Effekt, am stärksten bei räumlichen und motorischen Inhalten, am schwächsten bei abstrakten.2 Gemessen wurde das Verständnis, nicht die Sympathie.
Welche Handhaltung die beste ist, untersucht die Arbeit nicht, das Folgende ist Praxiserfahrung. Die Antwort auf „Was mache ich mit meinen Händen?“ ist die Ausgangsgeste: Hände locker zusammengeführt auf Bauchnabelhöhe, von dort in die Geste und wieder zurück. Dazu ein Wortschatz von sieben Gesten, die den Inhalt zeigen: öffnend, betonend, zählend, vergleichend, aufteilend, Schritt für Schritt, zuhörend. Ausführlich mit Beispielsätzen in Hände beim Reden.
Augenkontakt braucht keine Technik, sondern Bewusstsein. Sieh einzelne Menschen an, bis ein Gedanke fertig ist, dann den nächsten und unterbrich nach oben oder zur Seite, nie zum Boden. Satzanfang und Satzende gehören einer Person. Wie du das lernst, wenn es schwerfällt, steht in Blickkontakt zum Publikum.
Und der Stand ist das Fundament. Er bekommt hier den ausführlichsten Teil, weil er in den anderen Beiträgen fehlt.
Wie du ruhig und hüftbreit stehst
Der Unterschied zwischen ruhig stehen, herumzappeln und mit überkreuzten Beinen stehen ist für das Publikum sofort sichtbar. Wie beim Oberkörper braucht der Unterkörper Bewusstsein.
Der optimale Stand: etwa hüftbreit, ausbalanciert auf beiden Beinen, die Knie locker statt durchgestreckt und angespannt. Füße etwa parallel, nicht versetzt, denn ein versetzter Stand erschwert die Balance und führt zum Schwanken. Ich persönlich stehe gerne eine Spur weiter als hüftbreit, das ist Geschmackssache. Der Stand soll ruhig sein und Sicherheit ausstrahlen.
Gewicht auf ein Bein zu verlagern ist legerer. Für einen lockeren Anlass ist das in Ordnung und mehr Frauen als Männer nutzen es intuitiv, auch wegen des Schuhwerks. Präsenter sind beide Beine.
Was nicht geht: ständig verlagern, von einem Fuß auf den anderen steigen, ich nenne das Cha-Cha-Cha, oder wippen, oder die Beine kreuzen, das wirkt verschlossen und unsicher.
Und die Erklärung dahinter, die jeder an sich selbst prüfen kann: Immer wenn wir unsicher sind, bewegen wir uns. Alles, was schnell ist, wirkt wie überspielte Nervosität. Was gegen die Nervosität selbst hilft, steht im Artikel Nervosität vor dem Auftritt abbauen.
Zwei Korrekturen für Menschen, die schwanken. Wer auf den Ballen vor und zurück schwingt, geht leicht in die Knie, nicht durchstrecken, dann federt das ab. Und wer den Drang zum Ausgleichen spürt, stellt die Füße eine halbe Fußbreite weiter auseinander. Mehr Stabilität, weniger Drang.
- BallenStell dich auf die Zehenspitzen, auf die Fußballen, und zähl bis fünf.
- FersenDann auf die Fersen, bis fünf. Das ist schon schwieriger.
- AußenkantenAuf die Außenkanten der Füße, bis fünf. Vorsicht, nicht umknicken.
- InnenkantenAuf die Innenkanten, bis fünf.
- SprungNormal hinstellen und einen kleinen Sprung nach vorne machen. Dann stehen bleiben und spüren: Die Füße sind ausbalanciert und du hast ein Bewusstsein für den Boden, das du vorher nicht hattest. Das ist Grounding: sich mit dem Boden verbinden und viel sicherer stehen.
Drei Sekunden Start-Routine vor dem ersten Satz
Ungeübte Sprecher fallen in ihre Präsentation hinein. Sie sprechen, bevor sie stehen, weil sie es hinter sich bringen wollen. Die ersten Wörter kommen im Gehen, mit hoher Stimme und hohem Tempo. Genau das Gegenteil erzeugt Präsenz.
Die Routine hat fünf Schritte und dauert drei Sekunden: Stand einnehmen, Hände in die Ausgangsgeste, Blickkontakt in den Raum, einatmen, ausatmen. Dann kommt der erste Satz, gerne mit einer öffnenden Geste und einem Schritt nach vorne.
Warum das so viel leistet: Die wichtigsten Hebel sind gleich am Anfang gesetzt. Was am Anfang steht, hält mit hoher Wahrscheinlichkeit den ganzen Vortrag. Die Atmung öffnet die Stimme und der Start ist dynamisch.
Die drei Sekunden Ruhe signalisieren dem Publikum, dass du in der Mitte bist, die Spannung steigt, die Gespräche verstummen. Ein Klient hat von einer Lehrerin erzählt, die leiser geworden ist, wenn es laut war, bis alle zugehört haben. Dasselbe Prinzip: Hinstellen und warten, dann kommt die Aufmerksamkeit. Was die drei Sekunden für die Stimme bedeuten, steht in Sprechpausen richtig setzen.
Bewegung im Raum, kontrolliert oder gar nicht
Bewegung ist der Teil, den ich nur mit Fortgeschrittenen übe, und zwar aus einem Grund: Wer noch unruhig steht, macht mit Bewegung alles schlimmer. Erst der Stand, dann die Bewegung.
Zu viel Bewegung ist schlecht, aber Bewegung bringt Dynamik, Raum und Autorität. Eine Person, die sehr selbstsicher ist, nimmt sich den Raum. Die Regel: Bewegen, nicht Gehen. Bewusst, langsam, schreiten, stehen bleiben.
Der erste Punkt ist dort verankert, wo du gerade stehst. Zum zweiten Punkt gehst du an einen neuen Ort und fixierst dort den Stand. Geh nicht wie ein Tiger im Gehege hin und her und beweg dich beim Nachdenken nicht chaotisch.
Zwei Bewegungen, die besonders wirken. Ein Schritt nach vorne, auf das Publikum zu, kombiniert mit einer öffnenden Geste, erhöht die Aufmerksamkeit sofort. Danach langsam zurück, ohne dich sichtbar zurückzuziehen.
Und der Wechsel zwischen fest stehen und bewegen muss klar getrennt sein: bewegen, dann fest stehen. Gewicht auf einem Bein ist legitim, aber nicht ständig verlagern. Wer an einer Stelle bleiben will, darf das. Dynamik kommt dann über die Gesten.
Was der Körper tut und was das Publikum daraus macht
Warum die Mimik die Stimme antreibt
Mimik kommt in meiner Reihenfolge nach den drei Hebeln, aber sie hat einen Effekt, der sich lohnt: Wer das Gesicht einsetzt, spricht lebendiger. Eine versteinerte Mimik macht die Stimme monoton, eine expressive macht sie lebendig, ohne dass an der Stimme gearbeitet wurde. Was du tust, wenn die Stimme vor Aufregung zittert, steht im Artikel zur zittrigen Stimme.
Die Mimik soll zum Inhalt passen. Freude im Gesicht bei einer freudigen Nachricht, Nachdruck im Gesicht bei einer wichtigen. Im deutschsprachigen Raum wird das im Beruf sehr sparsam eingesetzt. Deshalb sticht heraus, wer es tut.
Eine Übung, wenn das Gesicht versteinert ist: ein ärgerliches und ein sehr positives Ereignis erzählen, zuerst nur mit der Stimme, dann nur mit der Mimik, also stumm.
Und ein Tipp für die Absicht: Wer sich vor dem Meeting vornimmt, die Leute zu überzeugen, zu begeistern oder Freude zu versprühen, bekommt die Mimik dazu geliefert. Wer sich nur vornimmt, den Inhalt abzuliefern, bleibt versteinert. Wie Mimik und Tonalität zusammenspielen, steht in Mit der Stimme überzeugen.
Eine Warnung zur Dosis: Wirf beim Betonen nicht den Kopf und den Oberkörper mit. Der Kopf darf sich leicht neigen, aber wer mit dem ganzen Körper nach vorne geht, wirkt übertrieben und suggeriert, dass die Worte allein nicht genug Kraft haben. Körper aufrecht, Betonung subtil und pointiert, mit der Hand und der Stimme.
Warum du immer nur eine Sache auf einmal übst
Der häufigste Fehler beim Üben von Körpersprache ist, alles gleichzeitig zu wollen. Dann verkrampfst du, denkst ständig an die Gesten, vergisst den Stand und fühlst dich wie ein Roboter. Das ist normal und geht vorbei, aber nur, wenn du es richtig angehst.
- Eine Sache pro Durchgang. Erst nur der Stand. Dann nur die Ausgangsgeste. Dann nur die öffnende Geste bei der Begrüßung. Bewusst denken, um es später unbewusst zu können. Wer sich auf eine Sache konzentriert und den Rest vergisst, macht es richtig.
- In Sequenzen, nicht in ganzen Vorträgen. Nur die Begrüßung, zehn Mal. Nur der wichtigste Punkt mit betonender Geste. Nur die Aufzählung der drei Bereiche. Sequenzen aus deinen echten Situationen, nicht aus fremden Texten.
- Übertreiben, dann einpendeln. Wer sich zwanzig Jahre zurückgehalten hat, fühlt jede Geste als zu viel. Beim Üben bewusst übertreiben, es pendelt sich ein und in der Aufnahme sieht das Übertriebene meistens normal aus.
- Spiegel, dann Aufnahme. Der Spiegel gibt sofort Rückmeldung, die Aufnahme zeigt, was das Publikum sieht. Die Aufnahme ohne Ton ansehen.
- Draußen beobachten. Der beste Lernort ist die Straße, das Lokal, das Meeting, mehr als jeder Übungsraum. Wie stehen Menschen, die gut wirken? Was machen sie mit den Händen?
Und ein Thema, das ich für die Übung empfehle: eines, das du aus dem Effeff kannst. Wenn der Kopf beim Inhalt frei ist, hat er Kapazität für den Körper. Wer gleichzeitig einen neuen Inhalt und eine neue Körpersprache übt, überfordert sich.
Was sich im Sitzen und online ändert
Ab der Gürtellinie aufwärts ändert sich fast nichts. Stand und Bewegung fallen weg und dadurch werden Gestik, Mimik und Augenkontakt wichtiger, weil du dem Gegenüber näher bist.
Die Ausgangsgeste liegt am Tisch, die Gesten sind etwas höher und etwas weniger, aber nie vor dem Gesicht. Aufrechter Rücken, ein Stück Brust heraus, nicht im Laufe des Meetings hineinrutschen. Beim Erklären lehnst du dich nach vorne, beim Zuhören darfst du dich zurücklehnen, so, wie Geschäftsführer es tun, wenn sie das Team reden lassen.
Und nimm dir Platz: Je weniger Platz du dir nimmst, desto unsicherer wirkst du.
Online kommt der Kameraausschnitt dazu, mit Platz nach unten, damit die Gesten sichtbar sind, die Kamera auf Augenhöhe und der fixierte Sitz, damit der Drehsessel kein Drehkonzert gibt. Wenn du mit Mikrofon oder Karten präsentierst, gelten eigene Regeln, die im Beitrag zu den Händen beim Reden stehen. Was am Bildschirm sonst noch zählt, in Online präsentieren.
Aus meiner Coaching-Praxis: Stefan präsentiert regelmäßig technische Themen und kann sie im Schlaf. Er heißt in Wirklichkeit anders. In der ersten Aufnahme sieht man einen Menschen, der inhaltlich souverän ist und dabei ständig hin und her schwankt, Oberkörper und Gewicht von Bein zu Bein, unbewusst und unkontrolliert. Das hat alles untergraben, was er gesagt hat.
Wir haben nicht an den Gesten gearbeitet, die waren gut, sondern an genau einer Sache: dem Bewegungsdrang. Erst ein oder zwei langsame Schritte auf eine Seite, dann fest stehen, dann zum nächsten Punkt auf die andere.
Beim dritten Durchgang war der Stand achtzig Prozent anders. Er hat gesagt, er sei sich nicht sicher, ob die Gestik gelitten habe. Darauf habe ich ihm gesagt, dass das egal ist, weil er den größten Hebel geschafft hatte.
Im fünften Durchgang hat er den Stand komplett vergessen, im sechsten war der Stand wieder da, ohne Nachschwingen nach dem Hinstellen. Am Ende hat er das Herumgehen komisch gefunden, weil er so gut gestanden ist. Das war in Ordnung: Die Dynamik ist über einen Schritt nach vorne mit offener Geste und langsam zurück gekommen.
Mein Rat seitdem: Nimm dir pro Durchgang genau eine Sache vor. Wer fünf Dinge gleichzeitig verbessern will, schafft meistens keines.
Vom Video zur Veränderung im Termin
Wenn du deine Gewohnheiten kennst und sie im Termin trotzdem nicht abstellen kannst. Oder wenn du das Video gesehen hast und nicht weißt, womit du anfangen sollst. Körpersprache lässt sich allein schwer korrigieren, weil du dich selbst nicht siehst, während du sprichst.
Wir stehen im 1:1-Coaching beide vor der Kamera, ich sehe deine Ist-Analyse, wir wählen den größten Hebel und üben ihn in Sequenzen aus deinen echten Präsentationen, mit einer Korrektur pro Durchgang. Die Entwicklung ist bei Körpersprache fast immer in der ersten Stunde sichtbar. Hier findest du mehr Informationen, wie wir im Coaching an deinem Auftreten arbeiten.
Häufige Fragen
Worauf kommt es bei der Körpersprache in Präsentationen am meisten an?
Auf drei Hebel: den Stand, die Gestik und den Blickkontakt. Wer ruhig steht, mit den Händen den Inhalt unterstützt und einzelne Menschen ansieht, deckt den Großteil dessen ab, was das Publikum als sicher und präsent wahrnimmt. Mimik und Bewegung im Raum kommen erst danach.
Wie stehe ich richtig?
Etwa hüftbreit, gern eine Spur weiter, Gewicht auf beiden Beinen, Knie locker, nicht durchgestreckt. Nicht von einem Fuß auf den anderen steigen, nicht wippen, Beine nicht kreuzen. Wer schwankt, geht leicht in die Knie und stellt die Füße eine halbe Fußbreite weiter auseinander. Gewicht auf einem Bein ist legerer und für lockere Anlässe in Ordnung.
Was ist die Start-Routine?
Stand einnehmen, Hände in die Ausgangsgeste, Blick in den Raum, einatmen, ausatmen, dann der erste Satz. Drei Sekunden. Ungeübte Sprecher fallen in ihre Präsentation hinein und reden, bevor sie stehen. Die Routine setzt die wichtigsten Hebel gleich am Anfang und hält den ganzen Vortrag.
Soll ich mich beim Präsentieren bewegen?
Kontrolliert, ja. Zu einem neuen Punkt an einen neuen Ort, dann stehen bleiben, nicht wie ein Tiger im Gehege. Ein Schritt auf das Publikum zu erhöht die Aufmerksamkeit, langsam zurück. Alles Schnelle wirkt wie überspielte Nervosität. Wer noch unruhig steht, arbeitet zuerst am Stand und dann an der Bewegung.
Was verrät unsichere Körpersprache?
Hin- und Hersteigen, auf einem Bein stehen, Beine kreuzen, mit Fingern oder Ring spielen, Hand in der Hosentasche, verschränkte Hände, Blick nach unten, Oberkörper nach vorne gekippt, hängende Arme, Gesten auf Gürtelhöhe, durch die Haare fahren, versteinerte Mimik. Jedes davon wird dir als Eigenschaft zugeschrieben.
Wie analysiere ich meine eigene Körpersprache?
Filme zwei bis drei Minuten freies Sprechen im Stehen mindestens von der Hüfte aufwärts und sieh das Video ohne Ton an. Notiere, was auffällt, zu Augenkontakt, Mimik, Haltung, Gesten, Stand und Bewegung. Du brauchst dafür keine Expertise, dein Publikum hat auch keine. Verlass dich auf dein Gefühl.
Wie hängen Körpersprache und Stimme zusammen?
Direkt. Wer die Arme verschränkt und zusammengezogen dasteht, klingt angespannt, egal wie gut die Tonalität ist. Wer offen steht, klingt anders und fühlt sich besser. Mehr Variation in der Körpersprache ergibt mehr Variation in der Stimme. Das ist ein Zinseszinseffekt in beide Richtungen.
Wie lange dauert es, bis sich Körpersprache verbessert?
Bei Körpersprache ist die Entwicklung schneller sichtbar als bei jedem anderen Thema. In einer Stunde bewussten Übens ist der Unterschied meistens deutlich. Natürlich wird es nach ein paar Wochen, in denen du eine Sache auf einmal bewusst tust, bis sie unbewusst läuft.
Quellen
- Burgoon, J. K., Birk, T. & Pfau, M. (1990). Nonverbal Behaviors, Persuasion, and Credibility. Human Communication Research, 17(1), 140-169. doi 10.1111/j.1468-2958.1990.tb00229.x. Korrelative Studie mit 60 gefilmten studentischen Rednern, zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen.
- Hostetter, A. B. (2011). When do gestures communicate? A meta-analysis. Psychological Bulletin, 137(2), 297-315. doi 10.1037/a0022128. Metaanalyse über 63 Stichproben, misst Verständnis und nicht Sympathie, abstrakte Inhalte sind die schwächste Kategorie.
Im kostenlosen Analysegespräch erhältst du einen Schritt-für-Schritt-Plan für deinen nächsten wichtigen Auftritt.